Vereinsmitglicd
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Liebe, die der Missionar haben muß, der seine Arme nach einemundankbaren Volke ausstreckt. Sie empfanden den Schmutz desJudentums als eine Schmach, aber sie liebten die schmutzigenJuden nicht. Vier Jahre konnte sich der Verein halten, dannwaren die Mittel erschöpft, die Teilnahme wurde immer geringerund selbst die Regierung bereitete den von ihr nicht verstandenenBestrebungen Schwierigkeiten. Die Führer verzweifelten, losten denVerein auf und sagten sich entweder innerlich von der Sache derJuden los oder traten um äußerer Vorteile willen wie Gans zumChristentum über.
Heine ist dem Verein im August 1822 beigetreten und hatzeitweilig sogar das Amt des Schriftführers bekleidet. Obgleich ernoch Student war, wurde er doch sofort in die Akademie auf-genommen, doch scheint er sich hier nicht betätigt zu haben, dagegengab er Geschichtsstunden in der Unterrichtsanstalt. Er entwarfauch einen Bericht über einen geplanten Frauenverein, der die Zieledes größeren Verbandes innerhalb der Familie verwirklichen helfensollte, jedoch gelangte der Plan nicht zur Ausführung, da Heinesschlechte Gesundheit ihm die Fortsetzung der Arbeit unmöglich machte.Auch für die Zeitschrift hat er erstaunlicherweise keinen Beitraggeliefert, obgleich es ihn, wie er mehrfach schrieb, drängte, den„großen Judenschmerz" in einem gewaltigen Artikel ausklingen zulassen, das „düstere Martyrerlied",
das ich so laug getragen
im flammenstillen Gemüt.
Aber der Aufsatz blieb ungeschrieben, angeblich weil andauerndeKopfschmerzen den Verfasser verhinderten. Der Dichter hat gewißin jenen Jahren häufig an seiner Migräne gelitten, aber bei gutemWillen hätte er die Arbeit, an der ihm angeblich so viel lag, dochschaffen können. Sein ganzes Verhältnis zum Judentum und zu demVerein trägt die Schuld, daß sie unterblieb.
Es kann als sicher gelten und es wird durch den anfänglichenregelmäßigen Besuch bestätigt, daß der Dichter sich dem Vereinmit Begeisterung anschloß. In seinem bisherigen Leben hatte er
Wolss, Hcine l>