Hegel
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das er in der Öffentlichkeit nicht aussprechen durfte. Das ist derSinn der verschiedenen Anekdoten, die Heine später über seine Be-gegnungen mit Hegel zumeist in spöttisch-humoristischem Ton berichtethat. Es klingt aus ihnen die Enttäuschung des Jünglings, demdas Rätsel des Lebens nicht erschlossen wurde, und die Enttäuschungdes Mannes, der die einstige Begeisterung belächelt.
Hegel hat einen weitreichenden und nachhaltigen Eindruck aufHeine ausgeübt. Darf man ihn auch nicht zu den Anhängern desBerliner Philosophen rechnen, so wurde doch das gesamte Denkendes Dichters durch ihn in stärkster Weife beeinflußt. Zunächst rüttelteer den Schüler aus dem süßen Traum der Romantik auf. DurchHegel wurde die Vernunft wieder eine Macht im Leben des Dichters,er hörte auf, einseitig historisch-romantisch zu denken, und beganndie Dinge mit dem kritischen Auge der Vernunft zu betrachten. Esgenügte ihm nicht mehr, daß alles im Lauf der Geschichte so herrlichgeworden war, sondern er prüfte, ob es so herrlich noch heute sei.Die Hegelsche Lehre, mochte sie selbst romantische Keime enthaltenund aus der Romantik erwachsen sein, drängte zu einem Bruch mitdieser Geistes- und Kunstrichtung; sie hat den Zwiespalt in HeinesBrust gelegt, der bis dahiu frisch und fröhlich in dem Fahrwasserder Romantik geplätschert war. Wenn er später seine Entwicklungüberschaute, so war er Hegel nicht dankbar. Und er hatte recht.Die Bahn, auf die ihn Hegel wies, hat ihn nicht glücklich gemacht,aber doch zu dem, was der Name „Heinrich Heine" heute der Weltbedeutet.
Die erste Folge war, daß er sein Verhältnis zur Religioneiner Revision unterzog. Er war äußerlich im Judentum auf-gewachsen, durch Schule und noch mehr durch die Romantik derUniversitätszeit hatte er sich dem Katholizismus genähert, ohne jedochden gelegentlich erwogenen Übertritt zu dieser Konfession zu voll-ziehen. Auf der andern Seite hatte er auch keine Abneigung gegendie Taufe, wie sich bei Wahl seines juristischen Berufes zeigte,denn diese war ja Voraussetzung zur Ausübung der Advokatur. Erhuldigte der religiösen Indifferenz die in den gebildeten Schichten