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Heinrich Heine
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IV. In der Hauptstadt

von gereiften Männern aller Schichten und Stände besucht. Seinabsoluter Idealismus war das Bekenntnis des damaligen Preußen,eine Lehre, die die gesamte Erscheinungswelt in Staat, Kunst undReligion aus dem absoluten Geist zu entwickeln versuchte. Hegelstellte als letzter ein das ganze All umfassendes System ans und erhat es mit erstaunlicher Geistesschärfe und mit einer glänzenden,alle Lücken und Risse verdeckenden Dialektik durchgeführt. Die Zeit-genossen standen geblendet, wenn sie sich durch den Philosophenzu der Höhe des eignen sieghaften Ich erheben ließen. Auch dieEindrucksfähigkeit des jungen Heine erlag diesem Zauber. Zwarsträubte sich manches in ihm gegen die Lehre des Philosophen.Seine romantische Auffassung widerstrebte der konstruierenden Ver-nunft, sein poetisches Selbstgefühl wollte sich nicht zur „Idee" auf-lösen lassen, aber dann schmeichelte es wieder seinem Stolz, als ervon Hegel erfuhr, „daß nicht, wie meine Großmutter meinte, derliebe Gott, der im Himmel residiert, sondern ich selbst hier aufErden der liebe Gott sei" ... daß er „selber das lebende Gesetzder Moral und der Quell des Rechtes und aller Befugnis" sei.Ein überzeugter Anhänger Hegels ist Heine niemals geworden, dieLehre war auch für einen Dichter unbrauchbar, der kein „abstrakterDenker" sein kann und darf, aber unzweifelhaft ist, daß er Hegeldamals auf das höchste bewunderte. Die Persönlichkeit des Mannes,für den es kein Geheimnis der Schöpfung zu geben schien, wirkteauf die Phantasie des Dichters. Heine gab später in einer Unter-haltung mit dem befreundeten Lassalle zu, daß er von dem HegelschenSystem herzlich wenig begriffen habe, daß ihn aber eine persön-liche Begegnung mit dem Philosophen zu dem Glauben brachte, daßseine Lehre den „wahren geistigen Kulminationspunkt der Zeit"bilde. Sicher hat der junge Dichter alle Kollegien des Philosophengehört, der in der Zeit seines Berliner Aufenthaltes über Logikund Metaphysik, über Religions-, Rechts- und Naturphilosophie,über Psychologie und Geschichte der Philosophie las. Aber die Vor-lesungen genügten ihm offenbar nicht, er suchte den Meister persön-lich auf, um von seineu Lippen der Weisheit letztes Wort zu hören,