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IV. In der Hauptstadt
edle, ehrfurchtgebietende Gestalt", seine älteren Söhne tragen „Mntund Hoheit auf den edeln Gesichtern", der jüngste hat „frommeZüge und liebeklare Augen, „unsre" Alexandrine gleicht den „ritter-lichen Frauengestalten aus dem Zauberspiegel alter Märchen" undder Blick weidet sich an den „herrlichen Reitergestalten" der Offiziere.Man ist geneigt, an des Verfassers Aufrichtigkeit zu zweifeln. Alsromantischer Rheinländer, als Jude und ehemaliger großdeutscherBurschenschafter konnte er im Gegensatz zu dem idealen Deutschlanddas reale Preußen nicht lieben, und noch weniger das Militär,die Berufssoldaten, die ja von den einstigen Freiwilligen als bezahlteFürstenknechte und Söldlinge verachtet wurden. Aber Heine ist auf-richtig, er ist fast immer aufrichtig, außer in den wenigen Fällen,wo er gegen seine Natur politisch klug sein will. Er ist Stimmungs-mensch, er erliegt dem ersten Eindruck. Berlin entzückte ihn nachdem langweiligen Göttingen und gefiel ihm im Vergleich zu demunerfreulichen Hamburg. So findet er dort alles und jedes schönund bewundert selbst Friedrich Wilhelm III., den er später als„trocknen Taps und nüchternen Duckmäuser" verhöhnte, wie er einstBlücher bewundert hatte, in dem er jetzt nur noch einen „Husarenund Pharaospieler" sah. Heine ist darin ganz Dichter, daß dasPersönliche bei ihm das Sachliche weit überwiegt. Wenn er kämpft,so bekämpft er Menschen, nicht Einrichtungen; wenn er lobt, sosind es Personen, die ihm zusagen, nicht Zustände, die er billigt.So kommt es, daß ihn Menschen durch ihren Anblick entzücken,mit denen er nach ihrer politischen oder sonstigen sachlichen Stellungkeine Sympathie haben kann. Die Anschauung ist so stark, daß siedas Urteil verdrängt.
Der Aufenthalt in Berlin ließ sich erfreulich an. Es scheint,daß sich Heine gleich bei seiner Ankunft weniger als Student undmehr als angehender Dichter fühlte. Diese Auffassung verstärktesich durch die Aufnahme, die er in der Gesellschaft fand, und durchmehrere lyrische und epische Dichtungen, die gleich in den erstenJahren erschienen und ihn als Kollegen neben die ersten Autorender Residenz stellten. Er ließ sich zwar noch immatrikulieren, aber