Güttingen
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seinen Eltern hatte der Dichter nichts zu erwarten, die Mutterunterstützte ihn zwar, indem sie ihren Schmnck versetzte, aber daswar keine wesentliche und keine dauernde Hilfe. Er war auf diekärglichen Zuschüsse des Onkels augewiesen. Auch das war einGrund, mit dem Brotstudium Ernst zu machen
In seiner Jugend war Heine ein rüstiger Fußgänger, so wanderteer mit dem ganzen Hochgefühl des deutschen Burschenschafters durchdas westfälische Land und die Eichenhaine des Arminius nachGüttingen, seiner neuen Universität, wo er im Oktober 1826 im-matrikuliert wurde. Die Wahl war nicht glücklich und Heine hatsie bald bereut. Statt des frischen, anregenden, romantischen Geistesin Bonn herrschte hier ein bezopfter Gelehrtendünkel; die parti-kularistischen Landsmannschaften dominierten und der privilegierteKlüngel der hannoverschen Junker gab den Ton an, der äußerlichebenso steif wie innerlich roh war. Ihre Vorrechte, die sie mithochmütiger Selbstverständlichkeit behaupteten, reizten den Sohndes demokratischen Rheinlandes, und sicher ist, daß er hier denAdel, den er später stets als persönlichen Feind betrachtete, nichtvon der besten Seite kennen lernte.
Auch wissenschaftlich bot ihm die Georgia Augusta wenig. Siewar einst im 18. Jahrhundert die erste deutsche Hochschule gewesen,aber war jetzt von anderen überflügelt worden. Bei Benecke, dem ervon Bonn empfohlen war, hörte Heine altdeutsche Literatur, mußteaber zu seiner patriotischen Empörung erleben, daß von tausend deutschenStudenten nur neun für die Sprache ihrer Väter Interesse hatten.Der Historiker Sartorius wußte ihn für Geschichte zu begeistern undihm ist Heine auch persönlich näher getreten und hat ihm sogarseine Gedichte vorgelegt. Der Professor erkannte ihren Wert, fügteaber als scharfer Menschenkenner hinzu: „Indessen man wird sienicht lieben." Der junge Dichter vernahm wohl nur das Lob, nichtdie Warnung. Er lechzte nach Anerkennung, er war gekränkt, wennsie ihm versagt wurde, aber überglücklich und von rührendsterDankbarkeit, wenn er sie fand. In Sartorius, der sich durch seinenFreund Adam Müller mit zweifelhaftesten Mitteln den österreichischen
Wolfs, Heine 5