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III. Auf der Universität
Adel zu verschaffen suchte, sah er nur den „großen Geschichtsforscherund Menschen, dessen Auge ein klarer Stern ist in unsrer dunkelnZeit und dessen gastliches Herz offen steht für alle fremden Leidenund Freuden". Auch ein Sonett (II, 62) im besten Schlegelstilwurde ihm gewidmet mit dem hübschen Schluß, der das innigeVerhältnis zwischen Lehrer und Student beleuchtet:
Doch was du mir, recht väterlich uud mild,zum Herzen sprachst iu stiller, trauter Stunde,das trag' ich treu im tiefen Herzensgründe.
Bei dieser Begeisterung für den Historiker wurde natürlich dasjuristische Studium wenig beachtet, und soweit wir wissen, hatHeine in der ersten Göttinger Zeit überhaupt kein Fachkolleg be-legt, geschweige gehört, obgleich er mehrfach in Briefen betonte, daßdie langweilige Stadt die beste Gelegenheit zum „Ochsen" biete.Auch sein Verkehr bestand zumeist aus literarisch angeregten jungenLeuten, darunter dem späteren Volksmann Waldeck, dem Heineeine große dichterische Zukunft prophezeite, und Heinrich Strände,der seit zwei Jahren die „Wünschelrute" herausgab, eine Zeitschrift,an der die besten Kräfte der Romantik, Brentano, Kerner, Schwab,die Brüder Grimm u. a. m., mitarbeiteten. Es war ein Strahl„wundervoller Märchenwelt" in dem Pedantenhaften Göttingen.
Sonst scheint der Dichter einsam und zurückgezogen gelebt zuhaben. Es war eine trübe und freudlose Zeit. Der „Almansor"wollte nicht zum Abschluß gelangen, so daß der Verfasser selbst be-rechtigte Zweifel hegte, ob er dramatischs Talent besitze oder sichim Stil vergriffen habe; der Verlag der Gedichte, die er unterdem Titel „Traum und Lied" Brockhaus gesandt hatte, wurde vondiesem mit den üblichen nichtssagenden Redensarten abgelehnt, dieVerleger gegenüber unbekannten Autoren zu gebrauchen Pflegen, undendlich verlobte sich Amalie Heine in dieser Zeit mit dem wohl-habenden Rittergutsbesitzer John Friedländer aus Ostpreußen. Esist sicher, daß Heine die schöne Cousine noch liebte, wahrscheinlichdaß er noch immer auf sie hoffte; alle diese Aussichten waren nunzerstört. Es war ein schwerer Schlag für sein Herz und ein noch