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III. Auf der Universität
brauchten, Brentano endlich verurteilte sogar die Poesie, um sichganz an die Religion zu klammern:
Nur ein Schild blieb unbewußt,mir noch aus der Unschuld Tagen:
Heil'ge Kunst, auf Stirn und Brustein katholisch Kreuz zu schlagen.
Das war das Ende der Bewegung, das Ende, das kommen mußte,weil sich die Romantik außerhalb des Gesetzes stellte. Sie ging an dereigenen Haltlosigkeit zugrunde.
Die Literatur hat durch die romantische Bewegung zunächststarke Anregungen empfangen und einen frischen Aufschwung ge-nommen, auf die Dauer aber hat diese Richtung, besonders durchdie falsche Einschätzung des Mittelalters, ungünstig gewirkt. DieKunst wurde der Gegenwart entfremdet, der schon vorhandene Rißzwischen Poesie und Leben, zwischen Herz und Welt, wurde ab-sichtlich erweitert, eine süßliche Verehrung der Ritterherrlichkeitschlich sich ein, eine frömmelnde Inbrunst, die das Gegenteil einesgesunden, männlichen Gottesglanbens war. Dieser Ton beherrschtzum Teil die Lyrik jener Tage, besonders aber die historischenRomane, von denen selbst die besten, die des liebenswürdigende la Motte Fouquv, heute vergessen sind. August Wilhelmv. Schlegel ist die Wege seines Bruders nicht bis zum Ende mit-gegangen. Seine an Shakespeare geschulte Kritik wehrte sich gegendie Verschwommenheit der reinen Stimmung, lehnte die reaktionäremittelalterliche Tendenzpoesie ab und wollte weder von der adeligenRitterherrlichkeit noch von dem katholischen Glaubenszauber etwaswissen. Im Gegensatz zu seinem Bruder blieb er evangelisch.
Heine stellte sich ganz auf den Standpunkt seines Lehrers, d. h.mit den Vorbehalten Schlegels auf den Boden der Romantik. Er hatdamals in einem kleinen Aufsatz (VII, 149 ff.) zu dieser KunstrichtungStellung genommen und in diesem seinem ersten Prosaschriftchen diegemeinsame Anschauung dargelegt. Er spricht dort von der „über-schwenglich beseligenden Idee des Christentums" und er findet imMittelalter die „schönste Blüte der romantischen Poesie", aber,