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Heinrich Heine
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III, Auf der Universität

Aber dieser Fehler konnte von einer späteren Zeit verbessert werden,die Hauptsache war, daß man den Weg zn ihnen bahnte. Der größteSegen der Romantik besteht darin, daß sie dem Rationalismuseine historische Auffassung entgegenstellte.

Aber dies Versenken in die Vergangenheit war nicht ohne Ge-fahren. Man ließ die Gegenwart aus den Augen, man zog eineAbneigung gegen die Bestimmtheit und Klarheit des Tages großund verlor sich mit Vorliebe in das Halbdunkel der älteren, jader ältesten Zeiten. Hatte man zuerst entdeckt, daß auch das Mittel-alter seine Poesie besaß, so erschien es auf die Dauer allein poetisch.Die klaren Linien Griechenlands und griechischer Kunst beleidigtendie empfindsamen Nerven der Romantiker, sie flüchteten aus diesemGlanz und dieser Helligkeit in das mystische Halbdunkel der Gotik.Ihr Naturgefühl verachtete alles Gesetzmäßige und Nützliche undfand die Schönheit einer Landschaft nur in ihrer Unfruchtbarkeit.Die gut angebauten Gefilde von Stratford erschienen Tieck lang-weilig, er begreift nicht, daß Shakespeare dort gelebt haben kann.Novalis leidet unter allem Gesunden, alles Krankhafte dagegen istfür ihn Poesie, die Krankheit selbst eine mystische Erhebung. Manflieht die Wirklichkeit, sie ist hart, gemein, ekelhaft; schön ist nurdas Geahnte, das Stimmungsmäßige, der Traum. „Die Welt wirdTraum, der Traum wird Welt", ruft der Dichter des „Ofterdingen".Der Romantiker führt nur ein Traumleben, nur dort, wo er allerErdenschwere am weitesten entrückt ist, kann er seine eigene Gött-lichkeit genießen und der Stimme in seinem Innern lauschen. DerTag bedeutet Arbeit, und die Arbeit überläßt er den Philistern,der Traum dagegen ist süßes Nichtstun, Aufhebung der Wirklichkeit,Hindämmern und Hinbrüten in einem außerweltlichen Znstand.Der Romantiker verachtet jede Tätigkeit, und so auch die eigene.Sein Werk ist ja nur die dürftige Wiedergabe seines souveränen Ich,das unvollkommene Objekt im Vergleich mit dem vollkommenenSubjekt. Er nimmt es nicht ernst, er behandelt es wie ein Spiel,und wenn es ihm gerade paßt, deckt er die Karten auf und zeigt,daß er nur mit sich selber und dem Publikum einen Spaß getrieben