Schlegel
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in geringerem Grade seine Abneigung gegen die Rechtswissenschaft,sondern in der Hauptsache Schlegels Vorbild daran schuld. Sein Ehrgeizwar erweckt, es dem Lehrer gleich zu tun und wie er ein Literat voninternationaler Bedeutung zu werden. Es war damals etwas ganzAußerordentliches für einen Deutschen, wenn man ihn in Parisund London anerkannte, ja in diesen Zentren des großen Lebensüberhaupt von ihm Notiz nahm. Schlegel wurde der Lehrer Heines,und soweit Kunst überhaupt erlernbar ist, also in allen technischenÄußerlichkeiten und in allen Fragen der Kritik konnte der Jünglingeinen besseren und zuverlässigeren Meister nicht finden.
Schlegel ließ sich seine bisherigen poetischen Versuche zeigen underkannte sie an. Durch ihn gewann Heine die Gewißheit, daß erein Dichter sei, daß die losen Blätter, die er seit vier Jahren alsköstlichsten Schatz bewahrte, Poesie enthielten. Vor dem Urteildieses Mannes, dessen Wort ganz Europa lauschte, mußte jedesBedenken verstummen. So schrieb ihm der Anfänger (II, 61):
Der schlimmste Wurm: des Zweifels Dolchgedanken,das schlimmste Gift: an eigner Kraft verzagen,das wollt' mir fast des Lebens Mark zernagen;ich war ein Reis, dem seine Stützen sanken.
Da mochtest dn das arme Reis beklagen,an deinem güt'gen Wort läßt dn es ranken,und dir, mein hoher Meister, soll ich's danken,wird einst das schwache Reislein Blüten tragen.
O wögst du's ferner noch so sorgsam warten,daß es als Baum einst zieren kann den Gartender schönen Fee, die dich zum Liebling wählte.
Von jenem Garten meine Amm' erzählte:
Dort lebt ein heimlich wundersüßes Klingen,die Blumen sprechen und die Bäume singen.
Daß er im überströmenden Glücksgefühl Schlegels Bedeutung unddessen eigene schwächliche Dichtungen weit überschätzte, daß er ihnals Erwecker von „Deutschlands echter Muse" feierte, ja ihn sogarneben Goethe zu stellen wagte, wird man der Bewunderung desSchülers zugute halten. Später ist Heine in gehässigster Weise