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der Romantik. Es entsprach der Auffassung und dem Bildungs-streben jener Tage, daß er sich nicht einseitig auf das Fachstudiumbeschränkte, aber Heine machte von diesem Vorrecht einen sehr weit-gehenden Gebrauch und im ersten Semester hörte er überhaupt nurein einziges juridisches Kolleg, germanisches Staatsrecht bei Hüll-maun, das er beim Fehlen aller rechtlichen Vorkenntnisse kaum ver-stehen konnte. Es war mehr das Germanische als das Staatsrecht,das ihn anzog, denn gleichzeitig belegte er eine Vorlesung über die„Germania" des Taeitus bei Arndt, Geschichte der deutschen Sprachebei Schlegel, deutsche Urgeschichte bei Radloff, Kunst und Lebendes Mittelalters bei dem anregenden Privatdozenten Hundshagenund ein literarisches Kolleg bei Delbrück. Auch sein zweites Se-mester ist in der Hauptsache durch Vorlesungen über Geschichte undLiteraturgeschichte ausgefüllt, immerhin verstand er sich dazu, dienotwendigste Grundlage zu seiner juristischen Ausbildung zu legen,und hörte oder belegte wenigstens bei Mackeldey Institutionen desrömischen Rechtes. Übersieht man das Verzeichnis dieser frei ge-wählten Kollegien, so versteht man Heines spütern Ausspruch, daßer die schönsten Jahre seines Lebens im Kyffhäuser verbracht habe.Von seinen Lehrern kam er in persönlichen Verkehr mit Arndt,der die jungen Studenten gern in seinem Häuschen am Rheinempfing, die Begeisterung für das Nibelungenlied führte ihn zuHundshagen, der eine wertvolle alte Handschrift dieser Dichtungbesaß, am meisten aber war es Schlegel, dem er näher trat unddem er sich mit der ganzen Schwärmerei der Jugend hingab.
August Wilhelm von Schlegel hatte damals den Höhepunktseiner Leistungen schon überschritten, aber wenn seine geistige Kraftauch zurückging, wenn er anfing, alt und komödiantenhaft zu werden,so war sein Ruhm noch unerschüttert und durch Erfahrung undBelesenheit ersetzte er die verlorene Frische und Schärfe. Er hattein seiner Jugend mit Goethe und Schiller verkehrt, er gehörte mitFichte und seinem genialen Bruder Friedrich zu den Begründernder romantischen Schule, er beherrschte alle Kultnrsprachen, warin Paris und London zu Hause und mit den ersten Gelehrten und