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III. Auf dcr Universität
Neunzig, der wie Heine selbst verspätet in das akademische Leben eintrat.Die literarischen Interessen führten ihn mit Simrock, dem nach-maligen bekannten Germanisten und Dichter, zusammen, ferner mitJean Baptiste Rousseau, der später ein wenig erfolgreiches Litc-ratenleben führte und sich mehrfach bemühte, Heine als Mitarbeiterseiner schlecht fundierten Zeitschriften zu gewinnen, mit FriedrichSteinmann, der sich als Fälscher Heinescher Gedichte hervortat, undmit Fritz von Benghem, der sich aber bald von der Poesie zurück-zog, ohne damit der deutschen Literatur einen Verlust zuzufügen.Die Freunde haben sich gegenseitig angedichtet. Die an Heine ge-richteten Verse sind zumeist verloren oder der verdienten Vergessen-heit verfallen; die seinen sind allein erhalten, in der HauptsacheSonette, in denen er die poetischen Versuche seiner Genossen rühmtund ihnen vielversprechende Wechsel ans die Zukunft und die Un-sterblichkeit ausstellt. Diese Überschwenglichkeit beruht weniger aufeiner jugendlichen als ans einer dichterischen Freiheit. Man darfnicht annehmen, daß Heine, sowenig sein Geschmack auch damalsgeläutert war, an ihrem Gereimsel Gefallen fand. Schon ein Jahrspäter verwies er Rousseau das Dichten, „ohne dabei zu denken",und schrieb an Steinmann: „Scheue nicht das kritische Amputier-messer, wenn's auch das liebste Kind ist, das etwa ein Buckelchen,ein Kröpfchen oder ein andres Gewächs mit zur Welt gebracht hat.Sei streng gegen Dich selbst! Das ist des Künstlers erstes Gebot.Ich glaube, Dir hierin oft ein Beispiel gegeben zu haben." Heinearbeitete ernsthaft an sich selber, und wenn er des Freundes Tra-gödie „Anna von Cleve" mit ihrem „Trochäengesindel", ihren„Flickwortskrücken" und ihren poetischen Bildern, die aussehen wie„Pharaos magere Kühe" einer scharfen Kritik unterwarf, so war ergegen sich selber kaum weniger streng. Im allgemeinen beurteilteer sogar seine eignen Leistungen rücksichtsloser als fremde. Esunterliegt keinem Zweifel, daß er sich in diesem Kreise literarischerDilettanten der eigenen Überlegenheit bewußt wurde. Auch sie sahenin ihm den größeren, den wirklichen Dichter.
Seine Universitätsstudien verwiesen ihn ebenfalls ans den Pfad