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Heinrich Heine
Entstehung
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Liebe zu Amalie

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gewiesen. Die Liebe zu der Cousine Amalie bildet dadurch einenWendepunkt in seiner Entwicklung.

Heines Gefühl läßt sich schwer im einzelnen zergliedern. Daßer das junge Mädchen aufrichtig geliebt hat, kann nicht bezweifeltwerden. Sie gefiel ihm, sie reizte ihn durch ihre Schönheit, viel-leicht auch durch ihre Kälte. Er brachte ihr die romantische Ver-ehrung und die Huldigung entgegen, die die Leser von Uhland,Schenkendorf und Brentano als Minne bezeichneten. War siedieholde Maid" auf der Zinne ihres Schlosses, so war erder irrende Ritter, der sie erringen mußte. Das sind die Formen,in denen sich der ideale Liebesroman jener Tage abspielte, dasechte Gefühl nahm eine wunderliche Verkörperung an. Schonmit dem WorteMinne" verband sich ein frommer Schauerkatholisierender Mystik, der auch die Phantasie des jungen Heineumfing. Man betete die Geliebte au wie eine Heilige, die vomHimmel herabgestiegen war. Man blickte entzückt zu ihrer Er-habenheit empor und berauschte sich dann wieder an der eignenNiedrigkeit, und wenn der Dichter den großen Abstand bedachte,der im wirklichen Leben zwischen ihm und der Geliebten bestand,so kam er sich wie ein Eindringling vor, der die Hand nach demgeweihten Altarbild ausstreckt, wie der romantische Held eines Romans,der mit Höllenzanber um die Schönheit wirbt. Ein Schauder vorseiner eigenen Kühnheit packte ihn, und es erneuerte sich das Ent-setzen, mit dem er einst die Scharfrichterstochter Josefa geliebthatte. In diesem Gefühl jugendlicher Übertreibung schrieb er an Sethe:

Dem Teufel meine Seele,dem Henker sei der Leib!

Doch ich allein erwählefür mich das schöne Weib.

Aber seine Liebe war durchaus nicht so plan- und ziellos, wie esnach diesen kindlichen Versen scheinen könnte. Er wußte, warumer das Glück, Amalie sein zu nennen, kaum auszudenken wagte.Sie war die Erfüllung aller seiner Träume, sie bot ihm nichtnur Liebe, sondern auch Reichtum und mit dem Reichtum die Un-

Wolff, Heine Z