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Heinrich Heine
Entstehung
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II. Im Kaufmannsstand

Vetter freundlich entgegengekommen sein und mag den armen Ver-wandten, der in größerer Gesellschaft sehr schüchtern und in demreichen Hause sicher bedruckt war, herangezogen und ermunterthaben, aber soweit uns bekannt ist, hat sie ihm niemals darüberhinausgehende Gunstbeweise gegeben oder gar Hoffnungen auf ihreHand gemacht. Heine hatte keinen Grund, über den angeblichenVerrat der Geliebten zu klagen. Wenn er sich über ihre Gefühletäuschte, so war es eine Selbsttäuschung. Er nahm Herablassungund Freundschaft für Liebe.

Der Dichter hat Hamburg und das dortige Leben mit denschärfsten satirischen Ausfällen überhäuft, er hat die Bewohnerals gut rechnende, gut essende und gut verdauende Maschinen ge-schildert und sich selbst als die einzige fühlende Brust unter dieserschmutzigen Sippschaft". So sah er die Dinge später an, zunächstscheint er sich dort aber ganz wohl gefühlt zu haben. Reichtumimponierte ihm, selbst in seinen späteren Jahren, Wohlleben sagteihm zu, die Freuden der Tafel genoß er gerne und die kleinenGenüsse, die dasverluderte Kaufmannsnest" in Gestalt gefälligerWeiblichkeiten bot, verachtete er durchaus nicht. So schreibt er ineinem der wenigen Briefe, die wir von ihm aus der ersten Ham-burger Zeit besitzen, an Christian Sethe, daß es ihm gut gehe,und wenn er in einem anderen zwar über seine verzweifelte Liebejammert, sich daneben aber für den alten Blücher begeistert undironische Bemerkungen über seineungeheuren Handelsspekulationen"macht, so ist es offenbar mit der Verzweiflung nicht so -schlimmgewesen. Erst mit der wachsenden Aussichtslosigkeit seiner Liebesah er die Stadt in der ungünstigen Beleuchtung und wandte sichempört gegen ihre Philister und die eignenSippen und Magen".Die Enttäuschung seiner Jugendliebe hat ihm die Augen darübergeöffnet, daß er nicht in diese Welt gehöre, sondern ein Wesenandrer Art sei, sie hat ihm gleichzeitig das Gefühl beigebracht,daß er, als einzelner, einer feindlich gesinnten Gesellschaft gegen-überstehe und von ihr nicht anerkannt und ausgestoßen werde. Diejugendliche Enttäuschung hat ihn zuerst auf den Pfad der Negation