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Heinrich Heine
Entstehung
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27
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Hamburg 27

von dem prächtigen Landhaus in Ottensen gehört, wo der reicheSalomon die ersten Männer Hamburgs empfing, die die Häuserseiner ärmeren Glaubensgenossen wie die Pest mieden. Außerdemzog ihnnach Nordland ein goldener Stern". Es war seine CousineAmalie Heine, eine von den fünf schönen Töchtern des Onkels.Das junge Mädchen zählte damals sechzehn Jahre. Ob Harrysie bei einem Besuch in Düsseldorf schon kennen gelernt oder vonihrer blonden Schönheit nur gehört hatte, ist zweifelhaft; auf jedenFall verliebte er sich sehr bald in sie. Mit den größten Hoffnungenhat Heine Hamburg betreten, um es reich an den schwersten Ent-täuschungen nach einem dreijährigen Aufenthalt zu verlassen.

Am günstigsten gestalteten sich zunächst die Verhältnisse in seinemBeruf. Für einen Mann von seiner Begabung und seinen Sprach-kenntnissen war es gewiß nicht übermäßig schwer, in die Geheim-nisse des Bankgeschäfts einzudringen. Es kam nur darauf an, daßer den nötigen Fleiß aufbrachte. Sei es nun, daß ihm die groß-zügigere Geschäftsführung in Hamburg wirklich interessierte oder daßer sich durch Hingabe an den Beruf die Hand der schönen Cousinezu erringen hoffte, auf jeden Fall muß er seine Pflichten gut er-füllt haben. Er arbeitete iu dem Geschäfte des Onkels, der damalsTeilhaber der FirmaHeckscher H Co." war. Salomon Heinehatte also die beste Gelegenheit, die Fortschritte und die Leistungenseines Neffen zu überwachen, und wenn er ihm schon nach zweiJahren die Mittel gewährte, unter der FirmaHarry Heine ^ Co."ein eigenes Kommissionsgeschäft in englischen Mannfakturwaren zugründen/ so beweist das, daß er sich das Beste von Harry ver-sprach. Der kluge Geschäftsmann, der außerdem als Geldgeber dasRecht besaß, die Tätigkeit des Anfängers zu überwachen, hätte sichsicher niemals auf das Unternehmen eingelassen, wenn auch nurdie geringste Gefahr bestand, daß der Neffe seinen geachteten Namenvor der Hamburger Geschäftswelt kompromittierte. Wenn trotzdemdie neue Firma schon im Frühjahr 1819, also nach kaum ein-jährigem Bestehen, liquidierte, so lag es sicher nicht an der Unfähig-keit ihres Inhabers. Wahrscheinlicher ist, daß Heine im Bewußt-