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Heinrich Heine
Entstehung
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Erste Liebe

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Hältnisse notgedrungen ergreift, aber keine Entschlüsse eines freienWillens. Er läßt sich durch die Ereignisse treiben. Diesem Dichtervon unbegrenzten Fähigkeiten fehlt alles, was den Charakter starkund groß macht. Ihm fehlt jede Tradition, und haltlos steht erim Leben. Wenn er nicht dichtet, ist er ein Mensch wie Hinz oderKunz, und gerade darum der Ausdruck seiner Zeit und geeignet,diese Zeit zum Ausdruck zu bringen. Von dem Manne Heinedürfen wir auf den Jüngling schließen. Er besaß große latentedichterische Fähigkeiten, aber keine Eigenart. Er hatte keine beson-dern Neigungen, keinen ausgesprochenen Charakter, kein National-gefühl, keine Religion, kein Verhältnis zum Staat, aber er warauch weit davon entfernt, diese Werte und Begriffe zu verneinen.Gewöhnlich nimmt man an, daß er aus Düsseldorf eine glühendeVerehrung für Napoleon und eine volle Hingabe an Frankreichmitgenommen habe. Der Anblick des Kaisers und seiner siegreichenTruppen, die Kunde von den phantastischen Zügen nach Ägyptenund Moskau haben gewiß auf das entzündbare Gemüt des Knabenund Jünglings Eindruck gemacht, aber sie sind ihm nicht zumSchicksal geworden. Die Nachricht, daß er sich 1815 freiwillig zumHeeresdienst gegen Napoleon gemeldet habe, ist schlecht beglaubigt,aber es ist doch bezeichnend, daß ein ehemaliger Mitschüler ausseinen Erinnerungen diese Angaben machen konnte. Auf jeden Fallwar Heine damals begeistert für Blücher. Klopstock erschien ihmals derheilige deutsche Sänger", er schwärmte für die altenSachsen, dieam spätesten ihren Glauben und ihr Germanentumverloren", und er Pries Arminius als den Befreier Deutschlands.Das waren die Ansichten, die damals jeder Primaner hegte. DieBeiden Grenadiere" entstanden wesentlich später und sind dasErzeugnis einer einmaligen poetischen Stimmung, und gar erst dieNapoleonbegeisterung des BuchsLe Grand" verdankt ihre Ent-stehung Einflüssen, die dem jungen Heine, als er Schule und Eltern-haus verließ, durchaus fern lagen. Er unterschied sich in keinerBeziehung von seinen Altersgenossen, weder in seiner politischennoch in seiner religiösen Anschauung. Religion und Politik besaßen