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Heinrich Heine
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I. Kindheit und Erziehung

brechens. Das entsprach der Schauerromantik, die dem jungen Heineaus manchen der heimlich verschlungenen Schundromane geläufigwar. Es ist nicht zu verwundern, daß seine Liebe durch literarischeVorbilder beeinflußt ist und daß in ihrer Schilderung bekannteliterarische Züge auftreten. Es mag auch sein, daß er daran dachte,sein eigenes Abenteuer in einer NovelleDie Hexe von Goch" dar-zustellen, und daß manches davon zu Papier gebracht wurde. Er-halten hat sich davon nichts, aber es mag wie so manche Niederschriftaus Heines Jugend durch einen spätern Brand im Hause seiner Muttervernichtet sein. Auf jeden Fall erzeugte diese Liebe die Stimmung,aus der Heines erste bekannte Poesien hervorgingen. Sie ist nichtausschließlich sein Eigentum, nicht nur das Produkt seines Erlebnisses,sondern sie beruht ebenso stark auf den literarischen Vorbildern derherrschenden Romantik. Aber es ist doch seine Stimmung und da-durch unterscheidet sich der Dichter vom Dilettanten, daß er auseigener Stimmung heraus dichtet.

-Heine hat in den letzten Düsseldorfer Jahren offenbar sehr vielVerse gemacht. Die wenigen Lieder, die aus jener Zeit später imDruck erschienen, stellen vermutlich nur einen geringen Bruchteilder verfaßten dar. Unser Dichter war gegen sich selbst ein strengerund unbestechlicher Kritiker, der in seiner Lyrik sehr genau dieSpreu und den Weizen zu sondern wußte. Diese unreifen Gedichtewurden zum größten Teil vernichtet und sie gaben selbst da-mals dem jungen Heine nicht das Gefühl, daß er zum Dichtergeboren sei. Als er die Schule verließ, dachte er offenbar nichtdaran, die Poesie zu seiner Lebensaufgabe zu machen. Die Literaturlag den damaligen Inden völlig fern. Harry selbst war aber voneiner erstaunlichen Unklarheit über sich selbst und trotz seines scharfenVerstandes von einer merkwürdigen Unfertigkeit. Er war nicht starkgenug, um sich aus den Widersprüchen, in die ihn Geburt, Fa-milie und Erziehung verstrickten, herauszuarbeiten. Der Gedankean eine befreiende Tat wie Schillers Flucht nach Mannheim lagihm völlig fern. Seine Entscheidungen sind auch im spätern LebenVerlegenheitsmaßregeln, die er unter dem Druck der jeweiligen Ver-