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Heinrich Heine
Entstehung
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Kenntnisse

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haßte, so zeigt das am besten, daß er sich in den Geist der vonihm so heiß geliebten Sprache nie ganz versetzen konnte. AuchEnglisch hat er damals schon verstanden, wenigstens genug, umenglische Dichter zu lesen, obgleich es vermutlich in der Schulenicht gelehrt wurde. Abgesehen von dieser Sprachfertigkeit scheinter sich aber in keinem Fache besonders ausgezeichnet und für keineseine Vorliebe besessen zu haben. Für das Altertum empfand erkeine Begeisterung, eher die Abneigung, die der Schüler gewöhn-lich gegen die Wissenszweige hegt, mit denen er am meisten ge-quält wird. Sicher lag das an der trocknen Art des Unterrichtes,der ihn weder für die Antike noch für deutsche oder fremde Literaturbesonders begeistern konnte. Höchstens für Philosophie wußte Schall-meyer ihn zu interessieren, wenn es auch kaum richtig sein dürfte,daß er schon als Schüler mit einem gleichaltrigen Genossen Spinozagelesen hat. Dazu reichten seine Kenntnisse nicht aus.

- Freilich an Wissensdurst fehlte es dem begabten Knaben nicht.Vor allem seine aufgeweckte Phantasie verlangte nach Befriedigungdurch Lektüre. Die elterliche Bibliothek bot offenbar nur wenig,aber Ersatz fand der Lesewütige bei einem Bruder der Mutter,einem alten Sonderling, Simon van Geldern, der studiert hatteund ohne einen bestimmten Beruf einer ziemlich trüben Schrift-stellerei frönte. Auch ein entfernter Verwandter von väterlicherSeite, Samuel Popert in Koblenz, den aber Heine nicht persönlichgekannt hat, besaß literarische Neigungen und erwarb sich alsGhettoschriftsteller einen gewissen Ruf. Es kommt wenig daraufan, denn nicht durch seine Familie, sondern im schroffsten Gegensatzzu ihr ist Harry zum Dichter geworden. In der Bibliothek desOheims fand der Knabe neben manchem Guten die erstaunlichstenalten Scharteken, Bücher über Geheimwissenschaften, die geeignetwaren, seine leicht entzündbare Phantasie in ungesunder Weise zuerhitzen und in eine falsche Richtung zu lenken. Zum Entsetzen derMutter las er alles wirr durcheinander, was in seine Hände fiel.Gern lauschte er auch den Gespenstergeschichten und gruseligenZaubermärchen, die ihm seine alte Kinderwärterin erzählte. Als