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Heinrich Heine
Entstehung
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14 I> Kindheit und Erziehung

ziel verfolgte. Dieser beständige Wechsel war nur geeignet, dasHaltlose und Unstete in seinem Wesen zu vermehren.

-Der Verzicht auf die Universität mag ihm schwer geworden sein,er scheint sich aber ohne innere und auch ohne äußere Kämpfe mitden Eltern vollzogen zu haben. Der Jüngling besaß keine aus-gesprochene Neigung für einen bestimmten Beruf und ließ es ohneWiderspruch geschehen, daß man ihn zunächst in die Handelsschule unddann in ein Komptoir steckte. Die lockenden Millionen, die der stein-reiche Onkel Salomon in Hamburg, der große Mann der Familie,in kurzer Zeit zusammengerafft hatte, mögen ihm den Schritt er-leichtert haben. Für den damaligen Juden war der Gelderwerb dereinzige oder doch der am nächsten liegende Weg, sich über die ver-achtete Masse seiner Glaubensgenossen emporzuheben. Der NameRothschild, der mit Fürsten und Königen verkehrte und durch dieMacht seines Geldes über Krieg und Frieden entschied, klang wie„ein Märchen aus tausend und einer Nacht". Eine neue Zeitkündigte sich in ihm an.

-Mit etwa achtzehn Jahren war Heines Schulbildung ab-geschlossen. Ein steißiger Schüler war er immer gewesen unddas Lernen fiel ihm leicht. So war er mit guten Kenntnissenausgerüstet, besonders in den Sprachen. Daß er mit dem Griechi-schen auf sehr gespanntem Fuße stand, lag weniger an ihm alsan seinen Lehrern, die selbst nur wenig davon wußten. Auch imLateinischen war er nicht weiter gekommen, als für einen Durch-schnittsschüler nötig war. Dagegen beherrschte er das Französischeausgezeichnet, freilich mit den Fehlern in Satzbau und Aussprache,die ein Ausländer kaum jemals überwinden wird. Heine selbst hates mit einer gewissen Koketterie häufig so hingestellt, als besitze erzwei Muttersprachen, als seien ihm Deutsch und Französisch gleichgeläufig. Das ist falsch. Sein Sprachempfinden war trotz dergrammatischen Verstöße, die sich noch in seinen ersten Dichtungenfinden, deutsch; das Französische war und blieb ihm eine angelernteSprache. Er teilte alle deutschen Vorurteile gegen die französischePoesie, und wenn er deren Metrik stets unverständlich fand und