Kna ZU
Berührung, durch einige Warme, sogar öfters ohne alle Veran-lassung erplodirt. Die materiellen Substanzen, welche als Me-talle oder Metalloide durch ihre Verbindungen die knallenden Ei-genschaften annehmen, sind:
Knallgold, das schon von Basil Valentin im fünf-zehnten Jahrhunderte entdeckt ward und als ein braunes oderorangefarbiges Pulver Erscheint, wenn das in Königswasser auf-gelöste Gold mit Ammonium niedergeschlagen wird, oderwenn man dem Königswasser Salmiak zusetzt, und das darinaufgelöste Gold durch ein feuerbeständiges Alkali fallt. Der ge-trocknete Niederschlag hat die Eigenschaft: bei '/« Vermehrungseines Gewichtes, in einer den Siedepunkt des Wassers nur we-nig übersteigenden Temperatur, oder durch einen gelinden Schlag,ja selbst durch Reiben, mit einem starken Knalle zu verpuffen,weil sich das Ammonium zersetzt und der Stickstoff in elastischerGasform frei wird, der Sauerstoff aber sich mit dem Wasserstoffedes Alkali zu Wasser verbindet. Man darf deßhalb das Pulvernur au der freien Luft, ohne Feuer, trocknen, und muß bei derVerwahrung desselben in gläsernen Fläschchen die Anwendung ein-geriebener Glasstöpsel vermeiden.
Knallkupfer bekommt man durch Abdampfen des am-moniakalisch-salpetersauren Kupfers; oder wenn mandie salpetersaurcn Krystalle mit Phosphor vermischt. Werden sie,als Pulver, etwas angefeuchtet und in Staniol eingewickelt, ent-steht eine Verbrennung mit Erplosion.
Knallplatittck macht, auf 400° Fahrenh. erhitzt, eineäußerst heftige Erplosion, ist aber gegen Reiben und Schlagen miteinem Hammer unempfindlich. Um es herzustellen, wird die Auflö-sung des schwefelsaurenPlatins in Wasser durch Ammonium gefällt,der Niederschlag mit Wasser ausgewaschen und mit Kalilauge ineinem Destillirgefäße gekocht. Man bekommt ein braunes Pulver,leichter als Knallgold, das mir Schwefelsäure eine dunkelfar-bige Auflösung gibt, die von Chlorine und salzsaurcm Gas zersetztwird, und die Elektricitat nicht leitet. Eine etwas ähnlicheSubstanz liefert das Palladium, in einer neutralen Auflösungin Salpetersäure durch blausaures Quecksilber niedergeschlagen, woes bei 500° Fahrenh. wie Schicßpulver verpufft.
Bekannter ist das
Knallstuechsilber, wegen seiner Anwendung zuJünd-hütchen und Zündköruern für die Perkussionsschlösser. VonHoward zuerst entdeckt, wird es aus 100 Gran Quecksilber in1'/- Unzen Salpetersäure, in der Wärme aufgelöst, bereitet, in-dem man die Auflösung kalt in ein Glas mit 2 Unzen Alkoholschüttet,.und durch allmähliche Erhitzung bis zum Sieden ein Auf-brausen hervorbringt. Nachdem sich ein weißer Dunst auf der