Gew 219
„Kugel zu kurz geht, oder senke sie im entgegengesetzten Falle;„darin besteht die ganze Kunst des Schießens; denn es leidet„keinen Zweifel, daß Pulver und Geschütze weit größere Schuß-„weiten geben, als im Kriege wirklich »öthig ist/''
Gewehr der Alten war entweder zum Schießen, »derzum Stechen und Hauen bestimmt. -Jenes waren der BogensL.rous) von biegsamem Holze, 3 bis 4'/z Fuß lang, um Pfeiledamit zu schießen. An seine Stelle rrat spater der Armbrust,mit dem kurze und schwere Bolzen auf 120 und mehr Schritt ge-schossen wurden. Er ist schon oben beschrieben. Allgemeiner alsbeide waren die Wurfspieße von verschiedener Größe und Form,nach der sie auch verschiedene Benennungen erhielten. Am größ-ten war daö Oilum der Römer, Fuß lang, mit einer 9"langen, dreieckigen Spitze. Man findet diesen Wurfspieß imHomer und bei allen Völkern des Alterthums, wo er späterhin8pmulum hieß. Oesters war auch ein lederner Riemen daran be-festigt, um ihn nach geschehenem Wurf wieder zurückziehen zukönnen. Er bekam davon den Namen Ä1<Z8sno)4uin; der Riemenaber hieß Omentum. de8um war der Wurfspieß der alten Ger-manen, der zwei Widerhaken hatte; befand sich bloß ei» größererHaken an dem Wurfspieße, um den getroffenen Feind damit vondem Pferde zu reißen, wurde er mit dem Namen 'cki-Ägula belegt.Vmutnm war ein kleiner Wurfspieß, mit dünnem, 3'/- Fuß lan-gem Schaft, Unmpirr aber ein thrazischer Wurfspieß, klwlsrioahieß ein großer Brandpfcil, dessen hohles Eisen mit Pech, Schwe-fel, Harz und Werg gefüllt war, und der aus einer Katapultegegen die feindlichen Wandelthürme und Sturmdächer geschossenward, um sie in Brand zu stecken. 8oli - leoronm endlich warein sehr dünner Wurfspieß, mit Widerhaken und ganz von Eisen.Alle diese Schießgewehre wurden jedoch im fünfzehnten Jahrhun-derte durch das Feuergewehr verdrangt und nur das Stoß- undHaugewehr beibehalten. Das älteste, was sich auch bis inssiebzehnte Jahrhundert erhalten hat, war der lange Spieß(die 8mÜ88<z der Griechen, durch die der Phalanx so furchtbarwar; I1o8M bei den Romern), die Figur im Mittelalter, vonverschiedener Lange, 14 bis 20 Fuß, und oben mit einem spitzenEisen beschlagen, dessen Federn zwei bis drei Fuß am Schafteherunter reichten, um das Abhauen der Spitze zu verhindern.Sie war bis nach dem dreißigjährigen Kriege das allgemeineGewehr des Fußvolks, und bei allen Heeren mit wenig Ausnah-men, von einer und derselben Form. Die Partisane (Vuinex)hatte einen kürzcrn, 7 Fuß langen Schaft und oben eine zwei-schneidige Spitze von bis 1 Fuß Länge. Sie ward in der spa-tern Zeit als Esponton-von den Offizieren neben ihren Degengeführt, ist aber nun ganz aus dem Gebrauch gekommen. Das-selbe ist auch der Fall mit der Hellebarte (8icilici8), die