Druckschrift 
1,2 (1806)
Seite
91
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Endlich aber bezeugt er durch Belehrung desGeistes, daß Gott an den Frommen, Gerechtenund Tugendfreunden ein gnadiges Wohlgefal-len habe. Er versichert, daß eben darum ihrGlück beständig sey, und ewig nicht aufhören wer-de. Weil nämlich Gott der gnädige Vergclter siekennet, und ihnen die Beweise seines Wohlwol-lens nach seiner Weisheit, Gerechtigkeit undGüte geben muß: welches aber den Sündern fürewig versagt isi, weil sie als Feinde Gottes seinemGesehe nicht wollten unterthänig seyn.

In Summa: der Psalm lehrt bey seinem kurzgefaßten Inhalt ganz deutlich, daß hier auf Erdeneine Erziehungsanstalt oder ein moralischesReich Gottes sey. Er beweist, daß diejenigenhöchst Unrecht haben , und die Bibel, auch dasA. T. gar nicht kennen, welche sich bereden wol-len, daß sie keine wahre Tugend lehre, und nurihre philosophische Tugend ohne Christcnthum dieallein gültige, so wie ihre Natur-Religion dieallein seligmachendc sey. Wäre dis ihr Vor-geben wahr, dann könnte die Bibel, die doch dieächtcste Kennzeichen ihres göttlichen Ursprungshat, durchaus nicht von Gott seyn. Dann müßteman glauben, nicht nur daß Gott etwas überflüs-siges, sondern sogar etwas schädliches gethan habe,als er dieses Buch den Menschen zum Lese-buch