Druckschrift 
2,1 (1808) K - O
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

Läl!

theilig hielt, und 15 Kaliber abschneiden ließ, wodurch er einegrößere Schußweiie erhielt, als vorher. Man gieng in der Folgeimmer weiter, und machte endlich so kurze und leimte Kanonen,daß sie auch nur eine unbedeutende Wirkung leisteten, daherman nieder zu einem mittlern Verhältniß zurückkehrte. Diesesward allgemein beibehalten, bis Friedrich der Zweite denPreußischen Thron bestieg, und mit Oesterreich um SchießensBesift kämpfte. Jezi trat der Zeirpii"kt ein, wo man wenigerdem Feinde dnrch die Wirkungen des Geschützes reellen Schadenzufügen, als ihm vielmehr durch die erstannenöwürdige Mengeund dnrch das möglichst rasche Feuer desselben imponiren wollte.Friedrich und seine Feinde verkürzten und erleichterten ihr Ge-schütz um die Wette, damit selbst die Pvsuionskanonen, im Ge-fecht von Menschen gezogen, den Truppen in ihren Bewegungenfolgen konnten. Gribeauval, der den dritten SchlesischenKrieg bei den Oesterreichern mitgemacht hatte, brachte dieseIdeen mit nach Frankreich zurück, wo er bald darauf eine gänz-liche Umformung der Feldartillerie bewirkte.

Wirklich hat das so sehr erleichterte und verkürzte Geschützden Vortheil einer über allen Vergleich größer« Beweglichkeit,während es zugleich in Absicht der Wirksamkeit für den Fcldge-lbrauch alles zu gewahren scheint, waS sich nur vernünftigerW'ise verlangen und erwarten laßt. Bestimmt, blos gegenTruppen, oder höchstens von Erde erbauete Feldschanzcn ge-braucht zu werden, bedarf es keiner größer« Geschwindigkeit derKugel, als sie in einem 18 Kaliber langen Rohre erhalten kann;sobald man jedoch es nach den, im vorhergehenden Artik. (La-dungen) angeführten Lehr- und Erfahrungssätzen genauer unter-sucht, wird man finden: daß für die Drei - und Vierpfündereine Länge von 21 Kalibern vhnstreitig vortheilhafter seyn würde.Nach des Ritters d'Arcy Versuchen, die er mit Flintenlanfenvon verschiedener Länge anstellte, indem er sie bei einer immergleichen Ladung gegen ein Pendul abschoß, dessen Schwingun-gen das Verhältniß der Geschwindigkeiten angaben, waren diese:

H Länge des Roh- Anfangsge- Länge des Roh- Anfangsge-

s res in gcnThei- schwindigkeit res i» gooThei- schwindigkeit

1 im eines der Kugel. len eines der Kugel.

Fußes. Fuß. Fußes. Fuß.

5466

iic)6106 r92Ü

888

Y888yo

872

108?

10-zü10421028

991