Druckschrift 
2,1 (1808) K - O
Entstehung
Seite
119
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Ehe die Bomben und Granaten geladen werden, ist es vor-theilhaft, sie, nach vorheriger sorgfältiger Untersuchung ihrer gu-ten Beschaffenheit, mit dünnem Pech anszugießen, theils dieinnere Flache glatt zn machen nnd alle Vertiefungen auszufüllen,theils auch die Ladung bei veränderlicher Witterung trocken zu er-halten, weil dadurch das Schwitzen des Eisens verbindert wird.Nachdem man daher die Bombe oder Granarc inwendig von allemFormleimen rein gemacht hat, wird sie über Kohlen erwärmet,etwas fliessendcs Pech hinein gezogen, und sie dergestalt herumgewälzet, daß man versichert seyn kann, alle Wände haben sichinwendig mir Pech überzogen. Bei der Sächsischen Artilleriewerden die Haubitzgranatcn unmittelbar darauf in den hölzernenSpiegel eingesezt, in dessen Höhlung man ebenfalls etwas flies-scudes Pech gegossen hat, und derbe anfeinen Klotz oder Schla-gcstock gestoßen, damit die Granate sich fest in die Vertiefungdes Spiegels einleget. Der Spiegel (w. n. i.) hat oben eineeingedrehete Rinne, um ein linnenes Säckgen über die Granateziehen und mit einem Feucrwerksknoten an den Spiegel fest bin-den zu können. An der obern Seite wird das Sackgen umge-schlagen und eingereiher, daß es an der Granate fest zugezogenwerden kann, und von lezterer ohngefähr ^ Diameter oben freibleibet, wo sich das Brand-und Fülloch befindet. Der Bund,welcher das Säckgen von dem Spiegel fest halt, wird geleimt,und wenn er völlig trocken, das ganze Säckgeu mit sehr dünnemLeim überstrichen, und so lange'mit den Händen gerieben, bisein dicker weißer Schaum entstehet, wodurch alle Falten sich aus-gebe» und die Leinwand sich fest an die Granate anlegt.

Haben die Bomben und Granaten ein besonderes Fülloch,so werden die Bränder erst eingesezt (S. dies Wort) hieraufwird die Ladung vermittelst eines Trichters mit einem sehr engenRohr durch das Fülloch eingeschüttet, und i» leztereS ein Pfropfvon birkncm Holz getriebcu, dessen Lange genau der Eisenstärkeder Bombe oder Granate gleich ist, und den man zum Ueberflnßmit einem Hanffaden bewickelt und mit Brandkütte bestreicht.Fehlet im Gegentheil bei den Bombe» oder Granaten das Fülloch,muß daS Laden dem Einsetzen der Brandrohren vorhergehen,dieses aber auch wegen der großcrn Gefahr mit besonderer Sorg-falt und Vorsicht geschehen.

Läng' der Geschütze (Inngnaur <loz houebes ü sen) gehörtmit zu denjenigen Gegenstanden in der Geschützknnst, welche diemeisten Diskussionen veranlaßt haben, weil sie nur durch eineverwickelte Theorie und durch äusserst genaue Versuche begründetwerden können. Die älteren Geschütze waren von ungeheurerLange: die bekannte Schlange von Naney 5g ; die sechs unddreißigpfündigc Schlange von Genua -z^ Kaliber, und LuisCollado war der Erste, der diese übermäßige Lange für nach-