Druckschrift 
2,1 (1808) K - O
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

0 Kali

einen Znsatz von gebranntem Kalk, der sie anfnimmt, und sichmit ibr zu einer im Wasser nickt auflvslicken Masse verbindet,die in der nur noch mit Kali gesättigten Lauge zu Boden fallt.Sobald die leztere nicht mehr mir Sauren aufbrauset, wird siedurchqcseiget, schnell zum Trocknen eingekocht, und in gnt ver-schlossenen Gefassen als reines Kali (Pottasche oder vege-tabilisches Laugensalz) aufbewahret; oder man kocht es nurbis zu dem Entstehen einer Salzhaut, und läßt es alSvann in ei-ner niederern Temperatur anschießen. Wird es noch langer, undbis zur Dicke eines Oeles eingekocht, und nachher in einemSckmelztiegel geschmolzen; erhalt man den Aetzstcin (k-apiscausticus), wegen seiner heftigen Wirkung ans die thierischenFasern so genannt.

Auch im Weinstein findet sich das Kali mit der Sauredesselben verbunden, von der man es durch Glühen befreiet.Nicht minder ist es bei mehrern chemischen Versuchen in Verbin-dung mit Erden im Lencit, Lapidolith, Bimsstein und andern Fos-silien gefunden worden. Mit der Salpetersäure bildet das Kaliden gemeinen Salpeter (blitrats 6s potasse), der das vorzüg-lichste Bestandtheil des Sckießpulvers ausmacht, obgleich man inden neuesten Zeiten das weit heftiger detonirende orydirte salz-saure Kalt (Nuriats ox/^snL cis patasse) dazu anzuwendenversucht hat.

Nalk. (Eir-mx) Nach den Lehrsätzen der neuern Chemie eben-falls ein feuerbeständiges, jedoch an sich unschmelzbares Laiigen-salz, dessen Verbindungen mit Säuren den brennenden Weingeist(Aleohol) nicht roth färben, und durch Barvt zerlegt werden.Wird der Kalk durch Glühen von der Kohlensäure, mir der ver-bunden man ihn gewöhnlich als Marmor, Kalkspath oder Kreidefindet, befreiet, crhizt er sich heftig durch aufgegossenes Wäger,und zerfallt zu einem feinen Teig, wobei man in seinen Spaltenein Leuchten wahrnimmt. Die Auflösung sowohl als das damitgesättigte Wasser haben einen laugenartigen Geschmack, färbenden Veilcheusaft grün, die Fernambuckrinktur violett, und dasCurcumepapier braun. Um r.Theil Kalk völlig auszulosen, wer-den aber 6flc> Wasser erfordert. Das Kaltwasser bis zur Hälfteeingedickt und sehr langsam erkaltet, schießt in zarten, nadelfor-migen Krystallen an. Der reine Kalk ist zwar an sich im stärk-sten Feuer unschmelzbar, fließt aber mit Kali oder Natrnm zueiner glaSähnlichen milchweißen Masse; wenn man daher ge-brannten Kalk dem Schießpulver zusezt, um die Kraft des le.ztcrnzu erhöhen; hat diese Mischung den großen Nachtheil, die Zünd-locher des Geschützes und vorzüglich des kleinen Gewehres sehrzu verstopfen, indem sich in denselben eine feste Masse ansezt,die selbst mit einer scharfen Ranmnadel nur schwer hinweg zubringen ist. Ein nicht geringerer Nachtheil der Beimischung des