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muß man nie anwenden, weil durchaus keine Festigkeit von ihm
zu erwarten ist.
Da es ein langst bekannter, allgemeiner Erfahrungssatz ist,daß hinreichend ausgetrocknetes Holz eine weit längere Dauerhat, als frisches, bei welchem der in seinen Haarrohrgen enthal-tene Saft in Fäulniß übergehet, und den Wurm herbeiziehet; soscheint daraus zu folgen, daß man zu dem Fallen des HolzeS eineZeit wählen müsse, wo die Baume den wenigsten Saft enthal-ten; nemlich den Spatherbst oder Winter, allenfalls bis gegendie Mitte des Februars. Allein dies findet nur in Absicht derNadelhölzer statt; die Eichen, Buchen, Jlmen, und anderesLaubholz im Gegentheil werden am besten zu Ende des Aprilmo-ziats geschlagen, wo der Saft wieder aus den Wurzeln in denStamm emporsteigt. ES wird jezt, durch die Witterung begün-stigt, weit schneller trocknen, als das im Winter gefällte, ohnesich doch in Absicht der Dauerhaftigkeit von ihm zu unterscheiden.Das Fällen noch später und bis in den Sommer zu verschieben,wurde ein zu schnelles Austrocknen des HolzeS und das darausentspringende Aufreißen desselben zur nothwendigen Folge haben.Dazu noch, daß die vorhandene größere Menge geflügelter In-sekten die Erzeugung des WurmeS befordert, auch das Treibender Aeste und Blätter schon dem Stamme einen Theil seiner Kraftund Stärke geraubt hat. Es ist zwar durch die ErfahrungenDu Hamels entschieden, daß alles im Winter geschlageneHolz, wo der durch die Wärme verflüchtigte Baumsaft noch nichtin die Aeste und Zweige übergehet, etwas schwerer und daherauch fester ist; allein der Unterschied ist nur geringe, und kanngegen den ungleich wichtigern Vortheil beS schnelleren Austrock-ucns durchaus nicht in Betracht kommen.
Die sommergrünen Baume, vorzüglich die härteren Gat-tungen, wie Eichen, Buchen, Hvrnbanm, Ahorn u. d. gl.gewinnen außerordentlich an Härte und Festigkeit, wenn mansie vor dem wirklichen Abhauen auf dem Stamme absterbenläßt, indem man den leztern entweder i) ganzlich abschälet;oder 2) ihn blos von der Wurzel 2 Fuß hoch, rings herum, sei-ner Rinde beraubt; oder endlich ihn z) von unten heraus einenFuß hoch anhauet. Den Versuchen des Grafen von Bü ffonzufolge wird besonders durch daö erstere, das Abschälen des Bau-mes, die Festigkeit und der Widerstand des Holzes um ein Vier-theil vermehret, weil dadurch der Umlauf der Safte unmittelbarunter der Rinde aufhdret, und der an sich schwammige, wenigdauerhafte Splint durch den Zutritt der äußern Luft gehärtet,und in seinen Fibern verdichtet wird. Schon V > truv s lmb. II.Lap. IX.) schlagt das vorläufige Abschälen, das in mehren, Ge-genden Englands allgemein üblich ist, als ein Mittel vor, dieStärke des Holzes zu vermehren. Es geschiehet am besten imFrühjahr, wenn der Baum zu sprossen aufäugt, weil sich als-