Gcw lLZ
darf; ist nur noch ein Drittheil der obigen Anzahl Rohrschmiedenim Gange, die mir dreißig Schloßmachern jahrlich etwas über booc,Gewehre verfertigen. Jene sind nebst den Rohrvcrschraubcru,Plattcnmachcrn, Garniturmachern und Reparirern bei den Büch-senmachern zünftig, und das Meisterrecht kostet hier gegen l8ofl.Den Debit der Fabrik besorgen vorzüglich z Handlungen: dieSpa n g en b erg ische, An schütz und Bossel in Soldaten-gewchrcn, Hör neffer und Sauer aber in Büchsen undJagdflinten. Das Eisen für diese Fabrik wird gr'oßtentheils zuHeinrichs gearbeitet. In oen vhnweit Snhla liegenden StädtenZelle, Mehlis und Steinbach werden zwar auch Gewehre verfer-tiget, doch nur in unbedeutender Menge. Ansehnlicher ist diehessische Gewehrfabrik zu Schmalkalden, die blos für die Armeearbeitet und 327 Menschen beschäftiget. Die Gewehrfabrik inSpandau ward 1722 angeleget, und bestand im Jahr 178Z auö29 Meistern mit 14 Gesellen, welche die Rohre zu den Gewehrender preussischen Armee schmieden, bohren und schleifen, und sonach Potsdam liefern, wo sie poliret, geschäftet und mit Schlos-sern versehen werden, welche Arbeit 173 Arbeiter beschäftiget.Eine sehr ansehnliche Gcwehrfabrik ist zu Ferlach in UnterKarn-thcn, bei der gegen 300 Meister angestellt seyn sollen. DaSGewehr für die hannoverischen Truppen wird in Herzberg verfer-tiget ; die Gewehrfabriken der spanischen Armee sind zu Placencia,Catalonien und Silillos, die der französischen Armeen aber zu Mau-beuge, Charleville, St. Etienne und Charlcville. In Rußlandsind ebenfalls 4 Gewehrfabriken, unter denen die zu Tula diegrößte und vornehmste ist, denn sie beschäftiget gegen 4000 Ar-beiter , die alle im Sold der Krone stehen. Sie hat 8 Stahlheerde,2 Klingenschmiedcn — die täglich 6-z Säbelklingen und 50 eiser-ne Ladstocke liefern — eine Schleifmühle, die jährlich 17280 Sei-tengewehre und 25YO0 Bajonette schleift und poliret; eine Walz-wühle zu dem Messingblech der Garnituren, zwei Rohrhämmer,und 2Bohrmühlcn, wo jährlich 4800 Gewehre verfertiget werden.
Der Preis eines vollständigen Jnfanteriegewehres mit Was-serpfanne, nnßbaumenem Schaft und messingener Garnitur ist inSuhla Tar 7Thlr. 8gr. Ein gewöhnliches Gewehr von 18 Kugelnauf ein Pfund mit eiserner Garnitur aber kostet nur 6 Rthlr. 8 gr.nach dem 20 fl. Fuß. In Lüttich kostet ein Jnfanteriegewehr nachpreußischer Art, mit hohlem dreieckigem Bajonet und nnßbaume-nem Schaft 5 Rrhlr. 8 gr. Für ein kaiserlich Gewehr wird demLieferanten in Prag 6fl. 35 kr. bezahlt; davon erhalten die Ar-beiter :
1 si« 33 kr« der Rohrschmied
— 18 das Richten und Abschleifen
1 fl. 44 — ein Schloß mit 2 Batterien
— 42 — Die Garnitur
-- Z2 -»- das Bajonet und Krätzer