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Sie erhalten zu dem Ende eine stärkere Ladung von feinem oderPürschpulver, die so viel als das Gewicht der Kugel oder gegeneine Unze betragt. Auf die Ladung kommt ein starker Pfropf vongrauem Papier, auf diesen aber 2 Paßkugeln. Die so geladenenLaufe werden alsdann, auf 2 Balken ruhend, gegen eine vornmir Erde beschüttete Mauer vermittelst eines Leitfeuers abgeschos-sen, wo die fehlerhaft geschweißten die Probe gewohnlich nichtaushalten, sondern zerspringen. Sind einige Läufe nicht losge-gangen, werden die Zündlöcher von neuem aufgeräumt, frischesPulver aufgeschüttet, und wie vorher, Feuer gegeben. Unmir,telbar nach dem Abfeuern wird jedes Rohr insbesondere fest durchdurch die hohle Hand gezogen, wodurch sich die kleinsten, ausserdemnicht zn bemerkenden Ritzen offenbaren, weil die Hand da hän-gen bleibt, wo das Rohr Luft hat. Um sich gewiß zu überzeu-gen, daß das Rohr an einer zweifelhaften Stelle nicht gesprun-gen ist, darf man nur ein wenig Speichel dahin streichen, dasZündloch verstopfen, und heftig vorn in das Rohr blasen, odereinen mit feuchtem Werg bewickelten Putzstock heftig hinein stos-sen, wodurch der Speichel in die Hbhe getrieben wird, sobalddas Rohr daselbst Luft hat. Die auf diese Weise zweimal (Heim-lich mit der bemerkten stärkeren und hierauf mit der gewohnlichenLadung) probirtcn Röhre, wenn sich kein sichtbarer Mangel anihnen zeiget, werden nun inwendig rein gewischt, und auf dasgenaueste untersucht, ob sie irgendwo Gruben, oder Splitter, zntiefe Bohrreifcn oder nicht die gehörigen Eisenstarken haben. Derdazu commandirte Offizier laßt sie in diesem Falle sogleich vor sei-nen Augen zerbrechen, damit sie nicht bei der fernern Untersuchungwieder mit untergeschoben werden können. In den französischenGewehrfabriken kommen sie hierauf in ein niedriges, etwas feuch-tes Gewölbe, wo sie einen Monat liegen bleiben, und nach Ver-lauf desselben von neuem untersucht werden, weil durch den sichansetzenden Rost öfters ein Fehler sichtbar wird, den man bei dervorherigen Untersuchung übersehen hatte. Erst nachdem daS Rohrbei diesen Untersuchungen tadelfrei befunden worden ist, wird eSmit einem besonders dazu bestimmten Stempel bezeichnet, ge-schaftet und mit dem Schlosse verschen. Was übrigens bei derUebernahme fertiger Gewehre zn beobachten, findet man unterdem Artik. Untersuchung des Feuergewehres.
Es sind gegenwärtig in allen Landern Gewchrfabriken für dieArmeen angelegt, die theils blos für die leztern arbeiten, theilsauch auswärtige Bestellungen annehmen, wie die Fabriken znLüttich und Suhla. In Deutschland gehöret die Suhlaer zu denältesten und größten Fabriken, die ehemals — als noch viel Röhreuttgeschäftec ausgeführet wurden — 22 halbe Rohrschmieden be-schäftigte, und jährlich gegen 60000 Röhre lieferte. Seitdemjedoch mehrere Gewehrfabriken angelegt worden sind, und Suhlaauf eine» verhaltnißmäßiger geringen jährlichen Absatz rechnen