Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

Ges

Der Kessel, worinnen die Bestandtheile dieser Sätze, wirdoben mit Talg oder Schwcinfett ausgeschmieret, und muß sich ineinem feuerfesten^ Gemäuer befinden. damit nicht durch Zufallein Funken den Satz entzünden kann. Nachdem nun unten einwenig Leinöl in den Keficl gegossen worden, läßt man zuerst dasPech darinnen zergehen, worauf man den Kolophonium, dasBlasenharz und bei chlo. II. den Schwefel hinzu setzet. Ist allesgehörig zerschmolzen, und gut durch einander gemischt, wird dasFeuer unter dem Kessel hervorgezogen, und nach und nach dasPulver und der Salpeter eingeschürcet, wobei man zugleich dasgeschnittene Hanfwerg darunter rühret. Dieses geschiehet vonzwei einander gegenüber stehenden Laboranten mir hölzernenRvhrscheiten, die mit Talg bestrichcn sind, damit sich nichts an-hanget. Zulezt wird das vorher erwärmte Kienöl hinein gegossen,und gut unter die nun fertige Masse gerühret. Der dadurch ent-standene Teig wird auf einem mir Mehlpulver bcstrcuctcn Tischemit Korn - und Mehlpulver durchknetet, wobei der Arbeiter dieHände oft in ein Gefäß mit Leinöl rauchet, um sich in dem Heis-se» Zeug nicht zu verbrennen, und zugleich das Ablösen des lez-tern von den Handen zu befördern.

Wenn der geschmolzene Ze u g zu Brandkugeln oder Kar-kasscn bestimmt ist, wird er noch warm in die eiserne Kugel oderin den dazu verfertigten Sack gedrückt, dieOeffnung zugenähet,und das vermittelst eines mit Leinöl bestrichcnen Holzes formiereBrandloch mit Anfcuerungsz?ug ansgeschlagen (SieheVrandkngel und Karkassc). Im entgegengeseztcn Fallelaßt man die Mischung erkalten, um sie nachher in Stücken vonder Große einer halben Faust zerschlagen und in die Bomben undGrenadcn anwenden zu können.

Geschmiedete eiserne Ranoncn (aanons <Ze 5er sorge) gabes früher, als gegossene; denn die ersten Feuergeschütze warenaus eisernen Stangen zusammengcsezt, und durch starke Reifenbefestiget, die nachher den Friesen und Verstnbungcn das Daseyngaben. So lange man jedoch die Handgriffe nicht kannte, umvöllig gutes Schmiedeeisen zu erhalten, war es auch nicht zu Ver-fertigung des Geschützes anwendbar; man gieng daher ganz vonden geschmiedeten Kanonen ab, die man seit dem vier-zehnten Jahrhunderte blos aus Eisen oder Stückmetall goß. InSpanien unternahm man es um das Jahr 1765, Kanonen, wiedas kleine Gewehr, aus Stabeiscn zu schmieden. Don JosephEmanuel d' Anci 0 la unternahm es auf eigne Kosten , dochmit Vorwisscn der Regierung. und führte es durch einen geschick-ten Mann, Namens Zubieschi, auf dem Hammerwerke Pa-galoga mit einem langen und einem kurzen Vierpfünder, und ei-nem Achrpfündcr glücklich aus. Alle dreic waren massiv geschmie-det