Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
158
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gleich gut strecke», und schweißen, ist daher zu allen Schmiede-arbeiten vorzüglich branchbar. Man nennt es auch ganz ge-schmeidiges Eisen (5er äoux oder kort). 2) Das weicheEisen zeiget einen lichtgranen faserigen Bruch, ist weniger dichtund hat von allem Schmiedeeisen die geringste eigenthümlicheSchwere. Es ist fast niemals dicht; laßt sich mit geringer Kraftstrecken und bearbeiten; läuft am spätesten blau an; erleidet inder Hitze den größten Abgang; erfordert die stärkste Hitze zumSchweißen, wobei es weiße Funken von sich wirft; und nimmtdurch das Ablöschen im Wasser gar keine Härte an , doch zeigt eözuweilen Spuren von Kaltbrüchigkeit (S. ikflcn). z) Dasharte Eisen erfordert bei dem Strecken und Ansschmicden mehrGewalt, als das weiche, und ist überhaupt gewöhnlich stahlartigvon einem dunklen körnigen Bruch. Die flüssige Lacht oder Schla-ke (lackier) lauft auf der Luppe von diesem Eisen in kräuselndenWellen; es glühet dunkclroth und hat sehr wenig Abgang; beidem Schweißen giebt es rothe Funke» und erhalt'eine'runde kon-vere Oberfläche. Die aus diesem Eisen geschmiedeten Stäbe —das nicht selten roth brüchig ist — haben eine ins Rothe spie-lende Farbe und brechen leicht, denn es fehlet ihnen fast ganz anZähigkeit.

Man erhält das g c s ch m eidig e Ei se n auf zweierlei Wei-se: unmittelbar aus reichen und leichtflüssigen Eisenerzen, wiedie Ocherartcn, die thonarrigen Eisensteine, und die Glasköpfe ver-mittelst des Zerrennheerdes; und dann durch das Frischen(w. n. i.) aus dem auf den hohen Oefen erzeugten Roheisen. Umgleich aus den Erzen geschmeidiges Eisen zu erhalten,werden sie zuvor geröstet, und hierauf in einem niedrigen Fußtiefen Hecrde, der 2 Fuß im Durchmesser hat, mit Frischschlakcnverschmolzen. Zu dem Ende werden auf den Grund des ausfeuerbeständigen Steinen erbauetcn, und mit Lösche d. h. Koh-lenstaub (krasil) ausgesiampftcn Heerdcs Kohlen gcstürzet, undwenn diese in Brand sind, an beiden Seiten drei Schaufeln mitKalkstein beschickte Miuern aufgetragen. Wenn diese glühend sind,fähret man fort, mehr und bis zu 2^ bis g Ctr. aufzugebe», bisdie bestimmte Menge der Beschickung dnrchgesczt ist, währendman zugleich die Geblase schärfer gehen läßt. Man untersuchtöfters die Form mit dem Raumeisen, ob der Eisenstein fließt undder Sinter (lackier) sich dünne anleget? Steiget nach 1 bisStunde die > chlake bis zur Form; wirb sie abgelassen , unddies von Viertelstunde zu Viertelstunde wiederholet, bis allesuiedergcschmolzen ist. Der Meister räumt nun die noch im Hecrdbefindlichen Kohlen und Schlaken weg, bricht die entstandeneLuppe rings herum los, und bringt sie heraus, damit sie unterdem Hammer zertheilet, abgewogen, und zu weiterem Gebrauchverschmiedet werden kaun. Zwei Schmelzer können auf dieseWeise ohngefähr wöchentlich 24 Luppen produziren.