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Geschichte der Entdeckung der allgemeinen Gravitation durch Newton
Entstehung
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(Früliere Vorgänger Newton's: Copcrniens undKepter.)

lim die edlere Eroberung im Reiche der Wissenschaften, vonwelcher wir hier sprechen, gehörig zu würdigen, wird eS an-gemessen seyn, einige Blicke auf das, was ihr unmittelbar vor-herging, zu werfen. Newton, der zu Ende des siebenzehn-ten Jahrhunderts lebte, gingen vorzüglich zwey Männer voraus,deren jeder von sich und von ihm nahe ein ganzes Jahrhundertentfernt war. Copernicus (geboren 1472, gestorben 1543)hatte in dem großen Kampfe, den der Irrthum, von allerMacht des sinnlichen Scheins unterstützt, seit Jahrtausendenmit der Wahrheit kämpfte, durch einen entscheidenden Schlagden Sieg auf die Seite der letzteren gebracht. Er war es, deruns die eigentliche innere Einrichtung unseres Planetensystemskennen lehrte, die in ihren Mitteln eben so einfach, als in ihrenWirkungen zusammengesetzt erscheint, und der unS eben dadurchden Weg zeigte, auf dem allein eine wahre Kenntniß des Him-mels noch möglich war. Er gab uns das neue Testament derAstronomie, und Kepler (geb. 1571, gest. 1630) lieferte unseine neue, wesentlich verbesserte Auflage desselben, indem erdas unnütze Gerüste der Epicykeln niederriß, und an derenStelle die elliptische Bewegung der Planeten und die drey Ge-setze stellte, nach welchen diese Bewegungen vor sich gehen. Da-durch erst gewann die Sternkunde eine mathematische Unterlageund eine eigentliche wissenschaftliche Gestalt.

Aber noch blieb die Ursache dieser Gesetze, gleichsam daSeinzige oberste Gesetz zu entdecken übrig, von dem jenedrey nur die Folge seyn sollten. Zwar hatte er selbst mehr alseine Muthmaßung darüber aufgestellt, die der Wahrheit oft

nahe genug kam , aber eS waren eben nur Muthmaßungen,

durch keine Rechnungen unterstützt, und aller eigentlichen Be-weise entbehrend. An geistiger Kraft fehlte es ihm nicht, dieHöhe zu erreichen, von welcher er die Abhängigkeit seiner Ent-deckungen von eurem obersten Gesetze übersehen haben würde;aber seine kläglichen Lebensvcrhältnisse, die Mißgunst des Zu-falls, und vielleicht selbst die zu große Lebhaftigkeit seiner Ima-gination hinderte ihn, seinem Haupte die Krone aufzusetzen,deren er so würdig war.