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2 (1838)
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selbstsüchtiger Gebieter in Unwissenheit, Aberglauben und wüsterGewohnheit erzogen und kaum eine Stufe höher gestellt werden,als die Hausthiere, mit denen sie ihr Obdach theilen müssen.Feldbau und Viehzucht sind auch im Kanton Zürich, wie überallin der Schweiz, Hauptgeschäft des Landmanns, ungeachtet dane-ben Gewerbe andrer Art zahlreicher und blühender werden. Inhundert großen Spinnereien des Landes, wo jährlich 29,000Centner roher Baumwolle verarbeitet wurden, sind über 5000Menschen, in Webereien bei 16,000, in Seidenmanufacturenüber 11,000 Personen beschäftigt, ungerechnet die betriebsameSchaar in Wollen -, Leinwand und andern Manufacturen.

Ich mögte aber darum nichts weniger, denn den KantonZürich in seiner Gesammtheit geradezu als "Ideal höherer Kultur"darstellen. Auch er hat noch der dunkeln Stellen viele, besonderswo lange verwahrloseter Jugendunterricht die Menschen in alterUnbeholfenheit versauren lies; wo bäurische Geschmacklosigkeit undRohheit für ächte Landmannssitte gilt; Aberglaube, oder düstreSchwärmereien, Hauptbestandtheile der Religiosität sind; Vorur-theilen und Uebungen der Vorfahren blind nachzufahren, Lebens-weisheit heißt; und die träge Armuth sich stolz im herkömmlichenSchmutz brüstet.

Im Jahr 1833 zählte der Kanton ohngefähr 7000 eigentlicheArme, die durch Almosen in ihren Gemeinden unterstützt odererhalten werden. Rechnet man dazu ohngefähr 1300 Waisen undandre Hülflose Kinder, die auf öffentliche Kosten Verpflegung er-halten , so ergiebt sich, daß, unter 231 Personen der Gesammt-bevölkerung, etwa 8 bis 9 Personen ohne hinreichende Fähigkeiten undMittel ihrer Selbfterhaltung sind, eine Zahl, die freilich im Ver-hältniß zu der vieler andern Staaten gering seyn mag. Auchist es nicht immer nur Armuth, sondern Unverstand und Sitten-verwilderung , welche zuweilen Ereignisse herbeiführt, die den Aus-brüchen von Verzweiflung ähnlich sehen. Dergleichen war, zumBeispiel, die Zerstörung der Webereimaschinen von U st e r.Diese Maschinen, mit dem weitläufigen Gebäu dafür, standenkaum aufgeführt, als sich unter manchen bisherigen Landwebernin der benachbarten Gebirgsgegend Furcht verbreitete, die neueErfindung werde den bisherigen Verdienst schmälern, oder vernich-ten. Sie beschlossen daher, Alles in Brand zu stecken, um sichunentbehrlich zu machen, und wählten dazu den 22. November1832. Es war der Tag, an welchem aus den meisten Gegendendes Kantons eine große Volksversammlung, zur Gedächtnißfeier