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So in Stäfä, so in Horgen, Meilen, Mannedorf,den romantisch gelegnen Ortschaften Wändenschwyl, Rich-terswyl und in andern.
Die Kunst des Schönen, sagt man, mildert Gemüth undSitte der Völker. Der thracische Or pheus bewegte durch sei-nen Gesang Felsen, und zähmte wilde Thiere der Wälder. DerOrpheus der Schweiz ward der bekannte Tonkünstler GeorgNägeli von Zürich. Er führte Sinn für das edlere Lied undden harmonischen Gesang ein. Beides verbreiteten seine Jüngerdurch alle Kantone, zumal der reformirten Schweiz, das heißtdes größer« Theils der Eidsgenossenschaft. Man wird da wenigeSchulen, ohne Gesanglehrer, finden. Fast in allen Dörfern, auchin vielen kleinen Städten der Schweiz, haben sich itzt Sänger-vereine gebildet. Durch sie veredelten sich nach und nach die ge-selligen Verhältnisse. Gewöhnlich treten Sänger und Sängerinneneiner Ortschaft an Sonntagen zu ihren Uebungen zusammen, oderauch Chöre mehrerer Ortschaften. Ein oder zweimal desJahres versammeln sich die Liedervereine von weit umher;zuweilen die des gesammten Kantons, in einer der ge-räumigsten Kirchen, zur Aufführung großer Toustücke. Kein bedeu-tendes Volksfest wird mehr gefeiert, ohne von diesen Harmonienverherrlicht zu werden. Noch gedenkt man besonders des würdigenFestes auf dem Schlachtfelde beiCappel am II.October 1831,dem Todestag des Reformators Zwingli. Ein Baum immernachgepflanzt, bezeichnet heut noch die Stätte, wo der Glau-bensheld im Jahr 1531 kämpfend den großen Geist aufgab. Dererschütternde Gesang von vielen hundert Stimmen vereinigterChöre, abwechselnd mit den begeisternden Worten ausgezeichnetergeistlicher Redner, bewegte das Gemüth der anwesenden Tausen-de; nichts aber ergreifender, als im Augenblick des Scheidensvom „Zwinglibaume" das Lied: ,-Ruhe sanften Todesschlummer."
Man glaube nicht, daß diese edlere Bildung, diese in andernLändern vielgetadelte sogenannte Aufklärung" des Landmannes, ihn,wie man sich auszudrücken pflegt, über seine Sphäre erhebe, ihn seinemBeruf entfremde, indem sie die bäurische Rohheit und Tölpeleivon ihm abstreift. Ihr begegnet den Künstlern, den Sängern undSängerinnen an Wochentagen, früh und späth, bei harter Arbeitin Feldern und Rebbergen, mit Pflug und Karst geschäftig, oderin Werkstätten der Fabriken und Manufacturen. Ihr seht sie ihreVerrichtungen, auch die gröbsten, ämsiger und verständiger betrei-ben, als jene verwahrloseten Halbwilden, welche vom Vorurtheil