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2 (1838)
Entstehung
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zum erstenmal das schöne Stä fa sah. Im Schatten eines Baumes ge-lagert, beobachtete ich einen jungen Landmann, der so eben seine Feldar-beit beendigte. Wir verwickelten uns bald ins Gespräch. Stattmich, nach meinem Verlangen, in ein Wirthshaus zu führen, boter mir gastfreundlich in seinem niedlichen, von Reben umsponnenenHause, einen Labetrunk an. Während er sich umzukleiden und zureinigen gieng, durchmusterte ich in seinem Zimmer die Bücher,und fand, neben den Schriften Klopstocks, Göthe's undandrer deutschen Klassiker, auch die von Rousseau und Mon-tesquieu.Wer liest das bei euch?" fragte ich den Bauer.«Ei nun, mein Bruder und ich!" war die Antwort. Ich erfuhr,daß hier, wie in den andern Gemeinden beider Seeufer, Lese-zirkel bestanden, daß man auf Privattheatern Schauspiele auf-führte, von denen das letzte Shakspears Romeo und Juliegewesen. Der freundliche Bewirther mußte mich bei der Julie vonStäfa einführen. Ich lebte zwei angenehme Tage in diesem Dorfe,überrascht von Allem was ich sah und hörte. Solche Bildungsstufehatt' ich unter Landleuten nicht erwartet. Am rührendsten ward miraber die Ruhe und Mäßigung, mit der man von den Mißhand-lungen sprach, welche ein Jahr zuvor die Gemeinde und ihre Fa-milien erduldet hatten. Nichts weniger, als diese Ruhe undMäßigung, fand ich dagegen in Zürich selbst wieder, sobald irgendRede von den verachteten und verhaßtenSeebuben" ward.

Und anderthalb Jahr später, als Frankreich völkerrechtsmör-derisch die Schweiz anfiel, als die erschrocknen Regierungen der-selben sich eilfertig mit ihrem Volk auszusöhnen trachteten,schon zu spät! wurden die Gefangnen aus den Züricher Ker-kern in ihre Heimathen zurückgesandt; auch der greise B o d m e r.Es geschah zur Nachtzeit. Aber zahllose Freudenfeuer in Höhenund Tiefen, beleuchtete Dörfer, strahlende Fackeln beider Uferdes Sees erhellten die Wellen, auf denen Bodmer, umschwärmtvon einer Flotte von Fahrzeugen unter Jubelgeschrei, Musik-chören und frohem Donner des Geschützes, einen Triumphzug er-lebte, wie vor ihm und nach ihm kein Schweizer in seinem Vater-lande empfangen hat. Nach wenigen Monaten erschien er unter denSenatoren der helvetischen Republik, als Märtyrer des Rechtsund der Freiheit von seinem Volk gefeiert.

Von da an, nach überftandnen Stürmen der Revolution, undnach erloschnem Monopol der Hauptstadt, gieng der Wohlstanddieses Kantons allen übrigen Gegenden der Schweiz im Riesen-schritt voran. Was das Jahr 1815, zu Gunsten einer blöden

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