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2 (1838)
Entstehung
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schwarzem Tuch überhangen. Bekannte und Verwandte, welche denSarg zur Gruft begleiten wollen, drängen sich herbei, und defiliren anden nächsten Angehörigen des Todten, die vor dem Hause in Reiheund Glied aufgestellt sind, vorüber, indem sie diesen, als Zeichendes Beileids, flüchtig die Hand geben. Auch in andern Schweizer-ftädten besteht noch diese eben so lästige, als grausame Ceremonie,mit leichten Abänderungen. Man kann sie wohl grausam nennen.Sie ist für Hinterlassene martervoller Zwang, ihren Schmerz umgeliebte Eltern, Kinder, Gatten, Geschwister vor den Augen desgaffenden Publicums zur Schau zu stellen. Aber Eitelkeit, einmehr oder weniger großes Leichengefolge auf den Straßen prangenzu lassen, behauptet ihr Recht dabei. Indessen scheint's, diese undähnliche herbe Bräuche wollen allmählig immer mehr vor der ver-ständigeren Sitte verschwinden.

Längere Dauer kann man aber einem der Stadt Zürich eigenenVolksfest weissagen, welches hier unter dem Namen desSechse-läutens" bekannt ist. Jedesmal am Montag, welcher der Früh-lingsnachtgleiche folgt, wird mit der großen Glocke des MünstersAbends sechs Uhr, und, von dem Tage an, eben so den ganzenSommer, geläutet. Es ist der Glockengruß an die schönere Jahrs-zeit; es ist der Ruf zur Feier des Frühlings. Schon morgensschwärmen einzelne verkleidete Kinder durch die Straßen der Stadt;bald sind es größere Maskenhaufen. Bei fröhlichen Gaftmalenin ihren Zunfthäusern versammelt, lassen die Bürger, hier ohneUnterschied des Ranges und Reichthums beisammen, in luftigenTrinksprüchen dem Witz und der muthwilligen Laune den Zügelfahren. Zuckerwerk, oder Hände voll kleiner Münzen, fliegen zumFenster hinaus unter die jauchzende Jugend. In langen Processionen,oder auf großen Schiffen, statten sich die Zünfte gegenseitig Be-suche ab, unter dem Jubel unzähliger Zuschauer an allen Fenstern,auf allen Plätzen , an den Ufern des Limmatftromes, oder in Nachenund Booten. Redner begrüßen sich, und trinken einander, im an-tiken Zunftpokal, Freundschaft und Glück zu. Ringsum Gesang,Kanonendonner, Musik, Jauchzen. Und wie beim Hereindämmerndes Abends das Glockengeläute des großen Münsters ertönt, lodernauf benachbarten Hügeln der Stadt die Flammen mächtiger Scheiter-haufen. Schmaus, Trank und Sang in den Zunftsälen dauernunterdessen mit stürmischer Luft bis tief in die Nacht.

Feste dieser Art, in welchen sich Gebildete und Ungebildete,Reiche und Arme, traulich zusammengesellen, tragen nicht wenigdazu bei, Art und Sitte des gemeinen Bürgers zu veredeln, den

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