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2 (1838)
Entstehung
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ander geschiednen Völkerschaften. Schulen in allen Gemeindenwurden zu besserer Bildung der Jugend errichtet oder vervoll-kommnet; durch Volksblätter die Erwachsenen belehrt; die Jüng-linge in Waffen geübt, an Mannszucht gewöhnt. PatriotischeGesellschaften traten zusammen, Landeskunde zu befördern, Wissen-schaft zu beleben, Feldbau zu verbessern, Ersparnißkassen undandere gemeinnützige Stiftungen zu gründen. Fabriken, Manufak-turen und vormals unbekannte Gewerbszweige erhoben sich zurBereicherung des Landes. Städte und Dörfer verschönerten underweiterten sich unter dem Einfluß größerer Industrie. Die alteNohheit der Vorurtheile und Sitten verschwand sichtbar im Ver-hältniß des zunehmenden Lichtes in den Gemeinden.

Dies jugendlich-frische Leben begann eben so bald wieder zu er-lahmen und zu kränkeln, als mit dem Jahre 1815 der kalte Athemder politischen Reactionen, wie über den ganzen Welttheil, so überdie ganze Eidsgenossenschaft hinzog. Unter eingebildeter oder wirk-licher Begünstigung der heiligen Allianz, stellten sich, nach Auf-hebung der napoleonischen Vermittlungsurkunde, mehr oder wenigerdie alten Patriziate, Stadtvorrechte und Herrschaften her. Auchdie freie Verfassung des Aargaus mußte aristokratische Zusätze insich aufnehmen, ohne daß man um die Einwilligung des Volkesfragte. Die eingeführte zwölfjährige Amtsdauer der Obrigkeitenkam nun einer lebenslänglichen gleich; entwöhnte das Volk vonAusübung seiner landesherrlichen Rechte und von der lebhafternTheilnahme am Gemeinwesen. Die Stellvertreter des Volks selbstwurden großentheils durch Beamtungen von einer Negierung ab-hängig, deren Uebergewicht sich bald überall kund that. Wie in dieGesetzgebung, so drang ihr Einfluß in die obern und untern Ge-richtsstellen und in die Vorsteherschaften jeder Gemeinde ein. Nachund nach entfaltete sich in der neuaristokratischen Staatsform auchein neuaristokratischer Geist mit all seinem verderblichen Unfug.Verwandtschaft und Günstlingsschaft verhalf zu Stellen. Oppositionund Widerspruch ward den kleinen Machthabern verhaßt; oft demnachtheilig, der sie für den Staat in reinster Absicht wagte. Titelund Amtstrachten schmeichelten der Eitelkeit; äußeres Gepränge,auf Kosten des Staats, sollte, hoffte man, Ehrfurcht erwecken.Einige Städte hatten, als dieguten", kleine Vorzüge empfangenneben andern; einige Gemeinden, nach Willkür, bei Straßenbauund andern Gelegenheiten Gunst vor andern. Vaterländische Ver-eine zu gemeinnützigen Zwecken sah man, von oben herab, ungern.Zwar sie zu verfolgen wagte man nicht; wohl aber sie vornehm zu