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als im Jahr 1820 Quiroga's und Riego's Aufstand Spanien vonNeuem erschütterte, nahm ich den jungen Sohn einer ihm befreun-deten, angesehenen Familie, in die Schweiz, dem hier bessereErziehung gegeben werden sollte, als er in Spanien, unter bürger-lichen Unruhen, Gelegenheit hatte zu finden. Es war ein trefflicherKnabe, Namens Antonio; aber, mit Ausnahme des Lesens undSchreibens, in so unglaublicher Unwissenheit, daß er, ungeachtetseines fünfzehnjährigen Alters, selbst in der Religion nichts, alseinige Gebete, den Namen einiger Heiligen und Feste, den NamenMarias, aber nicht einmal den ihres göttlichen Sohns wußte. Icherzog ihn mit meinen Kindern und ließ ihn in seiner Religion,durch den katholischen Stadtpfarrer von Aarau, unterweisen.
Es ist bekannt, wie nach dem Einzug des Herzogs von Angou-leme in Spanien, die Reaction gegen sogenannte liberale Ideen,furchtbarer, denn je zuvor, wüthete. Auch mein Name mogte durcheinige aus dem Französischen ins Spanische übersetzte Schriften,vielleicht auch durch Schweizeroffiziere, in Ferdinands VII. Diensten,in bösen Ruf politischer Ketzereien gerathen seyn. Sobald zu Bar-celona ruchbar wurde, daß Antonio in meinem Hause erzogenwerde, ward dessen Vater unter polizeiliche Aufsicht gestellt undgezwungen, den Sohn von mir eiligst zurückzunehmen. Es war imJahr 1825. Antonio mußte bei seiner Heimkunft täglich in dieKirche, mußte wöchentlich beichten, vergessene Gebete auswendiglernen und öffentlich hersagen, während sein armer Vater langeZeit im Gefängniß schmachtete, seine Sünden zu büßen.
Indessen blieben Voitel und ich in freundlichem, wissenschaft-lichem Briefwechsel. Mit Vorficht mieden wir, einen politischenGegenstand anzurühren. Er selbst hielt sich, als Schweizer, vonaller Einmischung in die Händel Spaniens rein. Seine Vorsichtund Unschuld schirmten ihn jedoch nicht. Am 30. August 1829ward er verhaftet und auf die Felsenveste Mont-Jouy insStaatsgefängniß geführt, nachdem man sich seiner Papiere unddazu meines Bildes bemächtigt hatte, welches über dem Schreibe-pult des Freundes hing. Nur einmal, und dann nie wieder, warder verhört, wenn anders zwei Fragen ein Verhör genanntwerden können. Die erste war, ob er mich kenne und mein Freundsey? Die andre, ob er ein Freimaurer sey? — Mehrere Mo-nate lag er im Kerker, außer jeder Verbindung mit der übrigenWelt. Seine Gemahlin errieth nur, daß er noch am Leben sey,weil ihr die Gnade gestattet war, ihm täglich Speise zu senden.Endlich verlor sie auch diesen Trost. Seiner ganzen Unschuld sich