Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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Tand herabwürdigt, und wende mich einem Felsenwinkel zn, dermir theuer ist; der dieser schwermüthig-schönen Einsamkeit Wür-diges zeigt. Es ist ein Grab!

Es ist das Grab zweier lieblichen Kinder, umfangen von einemGärtchen, mit Rosen und Veilchen bepflanzt, unweit der hölzernenHütte des Klausners. Ihr Vater, ein edler Mann von Solothurn,wählte diesen wunderschönen Platz zur Ruhestätte seiner Lieblinge.Es war der Oberst Franz Voitel, mein Freund, der, dieserFreundschaft willen, unglücklich, dieser Freundschaft willen sogarGaleerensclave ward. So schwer wird wohl selten der Bundmännlicher Herzen abgebüßt. Voitel trat jung in das Schweizer-regiment Wimpfen, welches in spanischen Diensten stand. Reichan Bildung und Kenntniß, voll gemeinnütziger Thätigkeit, einbegeisterter Jünger Pestalozzi's, weihte er in Taragona seine Muße-stunden der geistigen und sittlichen Veredlung seiner Soldaten. Erertheilte ihnen Unterricht nach peftalozzischer Methode. Don Godoi,der Friedensfürst, vernahm davon, rief ihn nach Madrid; sah denOffizier, als Schulmeister unter seinen Soldaten, und zog ihn her-vor, ihm in diesem Felde größern und bequemern Spielraum zuschaffen. Er sollte die pestalozzische Lehrweise in Spanien einführen.Voitel verlebte in diesem Wirkungskreise glückliche Tage, begün-stigt und unterstützt durch den gelehrten Juan Andujar, Don Franc.Zea-Bermudez und Don Franc. Amoros. Es war im Jahr 1806Mehr denn hundert Schüler, meistens Ofsizierssöhne, umringtenihn. Er wählte sich Gehülfen. Ein wissenschaftlichgebildeter jungerSoldat seines Regiments, aus Baiern gebürtig, ward bald dervorzüglichste unter denselben. Es war dies der gelehrte Joh, Andr.Schmeller, jetzt Bibliothekar des königlichen Bücherschatzes inMünchen und Mitglied dortiger Akademie.

Doch zubald unterbrach die Entzweiung des königlichen Hausesvon Spanien, der Tag von Bayonne, der Aufstand des spanischenVolks gegen die Franzosen und König Joseph, das wohlthätig be-gonnene Werk. Voitel mußte seine zahlreichen Jünger verlassen,mit Oberstlieutenantsrang zu seinem Regiment zurückgehen, dieWaffen ergreifen und für die Unabhängigkeit Spaniens kämpfen.Der Weg über manches Schlachtfeld führte ihn zuletzt in Kriegs-gefangenschaft. Er ward erst nach Vertreibung der Franzosen da-von erlöst und trat dann wieder in sein Regiment ein. Mit einerliebenswürdigen Mallorkinerin vermählt, lebte er zu Barcelonaund Matara von neuem glückliche Tage, im Umgang mit dengebildetsten Männern, im Genuß hoher Achtung. Auf sein Ansuchen,