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mus der Jünger Zwingli's und Calvins großes Aergerniß darangenommen worden. Heutiges Tages führen in reformirten, wie inkatholischen Dörfern die Landleute, oft unter freiem Himmel,Schauspiele auf, meistens vaterländische Stücke, auch Arbeitender besten Dichter Deutschlands. Ehmals erlaubte man Bauern,besonders in katholischen Gegenden, nur geistliche Possenspiele,Kreuzigungen Christi, keusche Susanna's und andre Darstellungenaus der biblischen Geschichte, zur Beförderung, wenn auch nicht derguten Sitten, doch der heiligen Religion. Von theatralischer Dar-.stellnng der Thaten schweizerischer Freiheitshelden dürfte nicht leichtRede seyn; die Bauern hätten ja auf die ärgsten Gedanken ver-fallen können.
Das älteste bekannte Schauspiel, in der Hauptstadt Solothurnselbst, war ebenfalls geistlicher Natur. Im Jahr 1453 strömtendie Freunde Thaliens dazu aus Nähen und Fernen herbei. Als„das Spiel von Gnaden Gottes glücklich abgegangen war," thatsich die Magnificenz der Regierung außerordentlicher Weise kund.Sie gab nämlich jedem der fremden Spielleute aus der Eidsge-nossenschaft ein Paar neue Hosen.— Im Jahr 1598 wurde die„Belagerung von Troja" aufgeführt. In dieser erschrecklichenTragödia traten über hundert Personen auf, so daß dazu einguter Theil der ehrsamen Bürgerschaft verwendet werden mußte;jogar die Rathsherrn wurden in Requisition gesetzt. Es verstehtsich, die Rathsherrn spielten die ersten Helden- und Liebhaber-rollen, schon von Amts- und Geburtswegen. Späterhin machtensie sich nicht mehr so gemein, gleich dem Kaiser Nero, auf derBühne dem Volk zur Schau zu dienen. Sie erwiesen nur dieim Namen des Staates. Als im Jahr 161? dieHistorie vom „blinden Tobias" aufgeführt ward, wiesen die vor-nehmsten Rathsherrn fremden Gästen, nach Rang und Würden,die Ehrenplätze an; schnitten ihnen sodann beim Gastmahl die Spei-sen vor, und ermähnten sie mit zierlicher Höflichkeit, sich fleißigdaran zu halten und die Becher zu leeren. Das Landvolk indessen,streng zur Entrichtung von Steuern, Abgaben, Bodenzinsen,Zehnten, Schanzgeldern u. s. w. gehalten, blieb fromm, unwissendund arm, wie fruchtbar und reich auch der Boden war den er an-baute. Erst in neuern Zeiten hebt sich die Landwirthschaft. Es be-finden sich 116,933 Grundstücke des Landes unter 18,651 Grund-eigenthümer vertheilt. Der Kanton Solothurn ist einer der wenigen,oder vielleicht der einzige, welcher nicht nur Getraide genug fürseine Bewohner gewinnen, sondern auch davon ausführen kann.