Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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Nur sind die ebnern Gegenden längs der Aare, von Solothurn biszu den Grenzen des Bernerlandes, häufigen Ueberschwemmungendurch den Strom preisgegeben, zum Tbeil bedroht, in ödes Sumpf-land verwandelt zu werden, wie es schon ein weitläuftiger Land-strich in den Kantonen Waadt, Freiburg, Bern und Neuenburggeworden ist. Man hat in jüngster Zeit, zur Entsumpfung undRettung dieser Gegenden viele Vorarbeiten und Entwürfe ge-macht. Aber noch blieb es bei Entwürfen. Es ist der Mühe nichtunwerth, auf diesen unglücklichen Theil der Schweiz unfern Ne-benblick zu richten.

Eine weite Fläche in der westlichen Schweiz dehnt sich zwischenden eben genannten Kantonen, Solothurn mit eingeschlossen, nachallen Richtungen aus. Man pflegt sie gemeinlich das Seeland zunennen. Sie begreift einen Flächenraum von ungefähr 36 Geviert-stunden, in einer Länge von 15 20 Wegstunden. Nicht un-wahrscheinlich mag hier in Urzeiten der größte aller schweizerischenLandseen vorhanden gewesen seyn. Die drei heutigen Seen von Neuen-burg, Viel und Murten mögen, als dessen Ueberbleibsel angesehnwerden. Die Aare rinnt schwer und langsam durch dieses HalbödeGelände; von Averdon bis Solothurn hat sie kaum einen Fall von25 Fuß. Rings Sumpf, Moor und Riedland. Wald- und Berg-ftröme stürzen gegen dies breite Becken, den Seen, oder der Aare zu,und erhöhen mit Steingeschieben das Bett der Gewässer. Wenn,bei plötzlichem Schmelzen des Schnee's oder anhaltendem Regen,in den Gebirgen Quellen und Flüsse mächtiger auflaufen, stellensie, in allgemeiner Ueberschwemmung, noch immer die Gestalt desungeheuren Ursee's her. Dann ragt das Städtlein Nidau ausden Fluthen, wie eine Insel; dann sieht man zuweilen den Aar-ftrom über seinen niedrigsten Stand bei zwei und zwanzig Fußhoch aufgeschwollen. Da weicht die Stärke aller Uferdämme. Frucht-felder werden mit Schutt, Schlamm und Sand überzogen; Dör-fer voll zusammengcschwemmten Unflaths. Im Durchschnitt wieder-holt sich das entsetzliche Schauspiel von zwei zu drei Jahren.

Das feuchte, vermoorende Erdreich, das stille, faulige Wasserin so ausgedehnten Strecken, füllt die darüber schwebende Athmos-phäre unaufhörlich und im Uebermaß mit Dünsten und Nebeln,welche, in sich gährend, die Sommergewitter und Hagelwetterhier und über die Nachbarschaft vervielfältigen. Eben diese ewigen