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nächst Maria-Einsiedeln, der bedeutendste Wallfahrtsort der Gläu,bigen im Schweizerlande. Ein fast zweihundert Fuß langer Felsen-gang führt den Pilger auf einer mehr denn sechzig Tritte tiefenStege, aus der Kirche des Klosters, zu einer unterirdischen Grotte,worin das hellbeleuchtete, wunderwirkende Liebfrauenbild glänzt.Sonst strömten jährlich wohl 50 — 60,000 Wallfahrer zu dergeheimniß- und gnadenreichen Höhle; aber die leidige Aufklärunghat deren Schaaren auch hier sehr verringert. Die meisten Pilgerkommen nur aus dem Elsaß und Schwabenlande. Bald wird dasmächtige Wirthshaus des Klosters, welches einst für die Gästeoft zu eng ward, obgleich es der Fenster so viel, als das JahrTage zählt, zu groß und weit werden.
Solothurn ist eine von den kleinern Republiken der Eidge-nossenschaft. Das Land, mit kaum 60,000 Einwohnern auf wenigmehr, denn vierzehn Geviertmeilen, ist fast überall nur Gränz-land; an Gestalt einer jener Mollusken ähnlich, die im Meereihre wellenförmigen Arme nach allen Seiten ausfahren lassen.Doch das Leben auch kleiner Freistaaten kann für die Menschheitjedes Zeitalters Jntresse führen. Es wird nicht durch Landesum-fang und Volkszahl großartig, sondern durch Geistes- und Cha-raktergröße der Bürger. Die altgriechischen Republiken und dieitalienischen des Mittelalters waren ebenfalls klein. Die GeschichteSolothurns aber trägt für die Welt kein solches Gepräge. Ihreglänzendsten Züge sind jene That des greisen Schultheißen Wengi,und früher, der Edelmuth der durch den österreichischen HerzogLeopold (im Jahr 1318) belagerten Stadt. Die vom Herzogdamals über den Aarstrom geschlagene Brücke war unter der Lasthinüberziehender Truppen gebrochen. Die Solothurner rettetenihre Feinde aus den Fluthen und sandten sie unversehrt derenHerrn zurück. In den übrigen Händeln und Schicksalen der Eids-genossen, hing sich Solothurn späterhin gewöhnlich an Bern; esfolgte dessen Richtungen, wie ein kleines Boot am Seil desgrößern Schisses. Fehden und Kriege für eigne Rechnung wurdenselten, oder dann nur für Nichtswürdigkeiten geführt. Die Vaslerhatten einmal (im Jahr 1531) als Wahrzeichen ihrer hohen Ge-richtsbarkeit, beim Solothurner Dorf Gempen, einen Galgengebaut. Da zogen Schultheiß und Rath der Republik mit Mannund Roß ins Feld gegen Basel für Recht und Ehre. Aber die