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2 (1838)
Entstehung
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n, der Hauptstadt kam es beinah zum Blutvergießen. Die refor-miere Parthei wankte nicht; die katholische Parthei ward wider sieaufgeregt. Als einst (1535) die Häupter von jener zur Berath-schlagung versammelt waren, zog der empörte Schwärm der Alt-gläubigen mit geladener Kanone gegen das Haus, dasselbe überden Häuptern der Ketzer zu zertrümmern. Die Lunte näherte sichdem Pulver. Da schritt eine ehrwürdige Gestalt durch den wildenHaufen, warf sich vor die Mündung des mörderischen Geschossesund rief:Soll Bürgerblut stießen, so fließe denn mein Blutzuvor!" Es war der Schultheiß von Solothurn selber, Nik-laus Wengi, der edelste Heros, den die Geschichte Solothurnskennt. Er beschwichtigte den Volkssturm. Es gereicht seinen Nach-kommen zum Ruhm, daß sie heut noch sein Gedächtniß feiern,und in einen Granitfelsen seinen Namen und seiner That Anden-ken, eingruben.

Wie klein auch die Zahl herrschluftiger Priesterlinge nebenwürdigern Geistlichen, in diesem Ländchen ist, und wie unbedeu-tend ihre Talente seyn mögen, konnten sie sich doch immer fürihre Zwecke wichtig genug machen. Sie erhielten noch zu unsrerZeit an der Unwissenheit des Volks, am Verdruß der zur Seitegeschobnen Aristokratie und an den Zutreffen der päbstlichen Nun-tiatur, treue Bundesgenossen. Sie stifteten, wie in andern Schwei-zergegendcn, unter den ftarkgläubigen Landleuten sogenanntekatholische Vereine," zum Schutz der Religion geworben, um inWahlversammlungen des Volks nur rechtgläubige Katholiken, dieniemand besser, als der Geistliche bezeichnen konnte, in die Lan-desbehörden zu wählen. Sie vertheilten ihre Zeitungen, Traktätleinund Flugschriften, auf Kosten der Vereine oder der Klöster, inMenge gedruckt. Kirchlichen Aberglauben noch besser aufzuregen,oder zu nähren, oder auszubeuten, verkauften sie gesegnete Rechen-pfennige, mit Gepräge des wunderthätigen Bildes der Gottes-mutter, aus deren Händen Strahlen fuhren. Umsonst wehrte derehrwürdige Bischof von Basel. Sie verschrieen selbst ihn bei Nun-tius und Pabst, nicht ganz ohne Erfolg. Doch alle diese Umtriebeerschwerten nur, aber überwältigten nicht die allmählige Einfüh-rung des Bessern.

Bis jetzt hat die Priesterparthei, im Kampf gegen Volksbil-dung und Vernunft, besonders an der Benediktinerabtei Maria-ftein noch gute Stütze gehabt; aber auch diese Stütze fängt anbrüchig zu werden. Mariastein, an der Nordgränze des Kantons,über einem Abgrund auf jähem Felsen romantisch gelegen, ist