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Priester, ja fast jeder Bauer seinen Scheffel bereit halt, das Lichtdarunter zu begraben. Freilich so arg wagte es ein wohlweiser Rathvon Solothurn in den letzten Jahrzehnten nicht mehr zu treiben,wie am Ende des sechzehnten Jahrhunderts, wo er verordnete:„Es sollent die Schulmeister niemands zwingen in die Schul z'gahn;aber wer gähn will, mag's thun!" — oder wie in der Mitte dessiebenzehnten Jahrhunderts, als die gnädigen Herrn anordneten:„Es ist den Bauern anheimgestellt, Schulmeister zu haben, alleinM. G. Herrn (meine gnädigen Herrn) werden nit mehr dazu con-tribuiren." Doch sah es noch, auch bis zum Anfang des jetzigenJahrhunderts, mit dem öffentlichen Unterricht übel bestellt aus.Man fand noch bei hundert kleine Kinder in ein dunstiges Stäb-chen zusammengeschichtet, 5 — 6 Jahre gequält, um lesen zu lernen.Männer patrizischen Geblüts, wie ein Jgnaz Glutz, der Stifterdes Solothurner Waisenhauses, welcher eine Bildungsanstalt fürSchullehrer gründete, oder wie ein Urs Besenval, Landvogt zuFalkenstein, der selber auf seinem Schlosse Schule hielt mit Bauer-knaben, gehörten zu glorreichen Seltenheiten. Erst mit der Frei-heit unter der napoleonschen Vermittlungsurkunde erwachte besseresStreben, welches die im Jahr 1814 verjüngte Aristokratie nichtwieder todten konnte. Aber seit dem Reformenjahr 1831 steht derKanton Solothurn in Bezug auf öffentlichen Unterricht alles Volksfast so trefflich organisirt da, als irgend ein andrer. Die Lehrerempfangen tauglichere Bildung, reichern Gehalt; bei 70OO KinderWinters und Sommers in 13l) Primärschulen Unterricht, unge-rechnet Secundarschulen und höhern Lehranstalten. Fast alle Ge-meinden besitzen schon eigne Schulgebäude, meistens neuaufgeführte;dazu einen Schulfond in jeder einzelnen, der wenigstens 5l)00 Fr.betragen muß.
Doch, wie gesagt, es kostete Kampf. Ein Theil des katholischenClerus eiferte, unterstützt von der beseitigten Aristokratie, heimlichund öffentlich gegen Volksbildung, und aus sehr wichtigen Grün-den. Die patrizische Weltlichkeit erblickte in ihr den Quell allerRevolntionsgefahren, die hierarchische Geistlichkeit den Quellaller Religionsgefahren.
Der ganze Kanton ist katholisch, mit Ausnahme eines einzigenAmtsbezirks. Wenig fehlte, das ganze Land wäre zur Zeit derKirchentrennung eben so gut protestantisch geworden, oder vielmehrgeblieben; denn es war's schon guten Theils. Doch besann sich dieRegierung noch zn guter Zeit eines Bessern und befahl, man solles beim alten Glauben bewenden lassen. So geschah auch. Nur
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