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2 (1838)
Entstehung
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schaft, Kunst und Gewerben. Zwar hatte man vordem wohl auchJesuitenschulen, Gymnasien, Lyceen; sogar, im hundertjährigenStaube, ehrwürdige Stifts- und Stadtbibliotheken, die aber guteRuhe genossen; im Grunde nur Pennalismus und Wurmfraß.Jetzt besucht und benutzt man mehrere öffentliche und besondereBibliotheken voller Werke einer guten Auswahl. Jetzt bildet nichtmehr Mönchslatein Basis und Gipfel aller Gelahrtheit. Wie sehrauch die gute, alte Zeit, welche noch in Haarbeuteln, Zöpfen,Mänteln und Kutten ehrbar über die Straßen spaziert, sich gegenalle Neuerungen sträubt, wird dennoch auch Physik, Chemie, Me-chanik, und was zur Bildung des Geistes, zur Veredlung desLebens gereicht, gelehrt und gepredigt.

Unter Solothurns öffentlichen Sammlungen, alle ganz neuenEntstehens, physikalisches Kabinet und botanischer Garten im Be-ginnen, verdient unstreitig das Naturalienkabinet, nicht fürSolothurn, sondern für die ganze Schweiz und selbst für Europaim Vorderrang zu stehn. Es ist zum Wallfahrtsort der Geognostengeworden; die Schöpfung des ausgezeichnetsten unsrer heutigenAlpenwandrer, des Prof. Hugi. Es enthält neben vielen andernKöstlichkeiten die fast vollständige Sammlung aller Petrefakten desJura, der an ihnen, besonders auch in der Umgegend Solothurns,reich ist. Beklagenswerth bleibt, daß durch Unwissenheit der Vor-zeit manch seltner Fund verloren ging. Im Jahr 1684 hatte mannahe bei der Stadt das vollständige Gerippe eines Elephantenausgegraben. Die Rathsherren aber riethen umher, was mit dieserCuriosität aus den Tagen der Sündfluth anzustellen sey? Sie be-schlossen endlich, die Seltenheit zu vertheilen und schickten jedemihrer Kollegen einen Knochen. Nur Einer der Patrizier war ge-nialisch genug, Nutzen höherer Art davon zu ziehn. Er übersandteden seinigen einem Drechsler, mit Befehl, für seine Beinkleidervorsündftutliche Hosenknvpfe daraus zu verfertigen. Aber leider!leider erzeigten sie sich auf der Drechslerbank diesem edlen Zweckschon zu morsch und mürbe.

Durch unerschrockene Thätigkeit geistvoller, wissenschaftlich ge-bildeter Männer des Landes ist in neuerer Zeit die alte Unwissen-heit mit vielem Glück auch in diesen Gegenden bekämpft; und,besonders seit dem Jahre 183 l, nicht nur das höhere, sondernauch das Volksschulwesen beträchtlich verbessert worden. Ich sage,mit unerschrockner Thätigkeit. Denn, wahrlich, gehört nicht ganzgemeine Gabe beharrlichen Muths dazu, Licht in ein Land zubringen, wo fast jeder Patrizier des Hauptstädtchens, fast jeder