über Roms erste Ringmauer, und ihre gnädigen Herrn freundlichin den Betten zu überraschen.
Von innen ist die Stadt so gefällig, reinlich und heiter, wieirgend eine andre in der Schweiz. Die Straßen sind belebt, ganzbesonders von Kirchgängen,, Priestern und Mönchen. Man hältauf Frömmigkeit. Seit 1829 ist auch der Stuhl des alten BaslerBisthums dahin versetzt, den fünfzehn Domherrn umgeben. Dergegenwärtige Bischof, dessen gesammter Kirchsprengel ohngefähr332,999 Seelen begreift, ist ein frommer, würdiger Mann; dochnicht mehr, wie in guter, alter Zeit, Fürst des heiligen römischenReichs. Er muß sich mit einer Besoldung von 19,999 Fr. begnü-gen; Dispensengelder stießen ihm in dieser bösen Zeit nicht mehrin alter Fülle zu; so wie auch die übrigen Pfarrgeistlichen nichtohne Grund über '/Abnahme der Religion" klagen, weil sich dieKirchenopfer der Gläubigen stets vermindern. Das St. Ursusmün-ster prangt als Domkirche. Man will diese für die schönste allerKirchen der Schweiz halten. Sie wurde vor etwa sechzig Jahrengebaut, als die vormalige, siebenhundertjährige, aus Altersschwächezusammengefallen war. Die weite, breite, hohe Treppe, welche zurHauptpforte emporführt, deßgleichen der kühne Bau des Innernsind der Majestät eines Tempels allerdings würdig. Aber die einemzierlichen Schrank ähnliche Stirnseite des Gebäudes, im verblichenenModegeschmack von Ludwig des Vierzehnten Zeitalter, kokettirt,meines Bedünkens, in steifer Ziererei, umsonst um Beifall reinernKunstsinns. '
Auch an stattlichen Privatwohnungen fehlts nicht. Es war imStädtchen ehemals ein gewisser, vornehmer Glanz, als noch derfranzösische Ambassadeur darin Haus- und Hofhaltung führte; alsdie Patrizier ihren Namen mit Titeln aller Art, mit Ordensbän-dern ihre Knopflöcher verherrlichten, und ihre Söhne vom auswär-tigen Söldnerdienst, Geld, Bänder und Titel heimbringen konnten.Die guten Tage sind leider vorüber. Sehr viele dieser Herrn hat-ten nichts oder nur wenig Besseres gelernt, als Regieren, was soschwer nicht war. Des müßigen und schimmernden Lebens gewohnt,schmolz das Vermögen; schon manche der altadeligen Prunkhäuserfielen in die Hände der Gläubiger, oder hablicher, arbeitsamerBürger. So erlischt der Welt Herrlichkeit!
Auch an Alterthümern fehlts nicht für allfällige Liebhaber; nichtan denen aus den Tagen der Römer, selbst aus den Zeiten Abra-hams, wenn man will. Aber lassen wir die Todten ruhen! Nebenden Alterthümern gedeiht heutiges Tages besseres Leben in Wissen-