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selben erstrecke sich durch den ganzen Berg, und wird von Säulenaus Tropfstein in drei Hallen getheilt, deren bedeutendste einigehundert Schuh entlang zu einer Oeffnung fuhrt, die über einemAbgrund von 4 — 500 Fuß weithin das Thalgelände überschauenlaßt. Die Höhle heißt Temple aur F6es. Wunderbar genug wäresie für ein Feenwerk. Aber man thut wohl, den geifterartigenZauberwesen nicht zu trauen, die darin nisten mögen. Man besuchtihren Tempel auch nur selten, in welchem der Neugierige durchherabstürzendes Gestein und auf schlüpfrigen Pfaden Gefahr lauft,von ihren Tücken zu leiden. — In vieler Hinsicht würde der Nameeines -,Feen-Tempels" wohl jener majestätischen Höhle mehr an-steht!, welche neben dem Quell der Orbe, ohnfern den neuenbur-gischen Gränzen, beim waadtländischen Thaldorf Valorbe, amAusgang des Jourthals, zu sehn ist. Aber die Leute der Umgegendnennen sie nur schlechthin Feenhöhle, Cava di Faie. Und dochist schon der Zugang so romantisch-wild, wenn gleich beschwerlich,wie nicht leicht zu irgend einem andern Feennefte der Schweiz.Hat man die letzte der menschlichen Wohnungen im Thal hinter sichgelassen, so verrammelt zuletzt ein riesiger, halbrunder Berg denWeg durchs Dickigt, wie ein altgothischer Thurm. Eine schwarzeKrone von Tannen sticht sich um sein Haupt. Sein Fuß ruht überder gewaltigen Quelle der Orbe, die sogleich als Waldstrom her-vorbricht-, um Eisenwerke und Hammerschmieden zu treiben. Ver-muthlich sind sie der Abfluß des Brenetsees im Jourthal, der etwa700 Schuh darüber im Gebirg liegt, und sich in den Spalten einesFelsentrichters verliert, nachdem er über dem Schlunde noch dieSägemühlen von Bonport getrieben hat. Die 500 Schuh weiteFelskammer der Cava di Faie ist em furchtbares Trümmerwerkvon stehenden und umgestürzten Säulen. Eine Felsenftiege führt zueiner Gallerie oder Emporkirche hinauf, von wo man das Chaosübersieht, und zugleich in der Höhe die kegelförmige Auswölbungeines mehrere hundert Schuh hohen Doms. An den Wänden zeigensich seltsame Charaktere, wie Schriftzelchen. Es wär' ein Wunder,wenn der ländliche Aberglaube des Alterthums nicht diese Seltsam-keiten alle zu einer mährchenhaften Sage gebildet hätte. Ja, einPallaft, ein Tempel der Feen war dieß unterirdische, riesenhafteBauwerk. Von da aus besuchten die kleinen, niedlichen Berggöt-tinncn ihre Nachbarschaften, und brachten sie den Hütten der Sterb-lichen Nath und Trost, oft köstliche Geschenke. Aber ein junger,verwegner Hirt schlich ihnen einst nach; man meiß nicht, ob ausNeugier, oder von einem Licbesrausch verführt. Da fand er die