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2 (1838)
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wert. Es war alte Klage, daß die Freiheiten der Körperschaftenund Gemeinden bald da bald hier beschnitten und der Willkührpreisgegeben wären.

Nach dem Frieden von Tilsit mußte sich der König von Preußendarin ergeben, sein Souveränetätsrecht über Neuenburg an Na-poleon (1807) abzutreten, der damit dem Marschall Berthierein Geschenk machte. Bemerkenswerth bleibt, daß dieser Marschallvielleicht der einzige Fürst des Ländchens gewesen ist, der von den150,000 Livres Einkünften ^) nichts für sich nahm, sondern Allesdem Lande selber wieder zuwandte. Die Brücke von Serriere,die er anlegte, bleibt ihm ein prächtiges Denkmal. Serriere ist,ohnweit der Stadt Neuenburg, ein kleines Dorf, welches mehrmalerisch-schön, als bequem, im Abgrund eines schmalen Felsen-schlundes liegt. Es ist ein Dorf, fast nur aus Drahtzügen, Eisen-und Kupferhammerwerken, Papiermühlen und andern Fabriken zu-sammengesetzt, die von einer nahen, reich hervorstürzenden Quellebetrieben werden. Der Raum ist für sie so eng, daß man in dieFelsen Gewölbe einHauen mußte, um darin Mühlwerke, Magazineund Werkstätten einzurichten. Ein von Gebüschen umschatteterWasserfall des Serriereftroms, und in der Höhe das SchloßBeauregard, machen, mit dem Uebrigen Allem, ein reizendesLandschaftsbild. Berthiers Brücke selbst, die einen 89 Fuß hohenBogen bildet, gehört zu den schönsten Bauwerken dieser Art in derSchweiz.

Der Marschall blieb aber nicht lange im Besitz seines Fürften-thums. Die Siege der heiligen Allianz gaben es (im I. 1814) anPreußen zurück, indem es der Wiener Congreß zugleich zum einund zwanzigsten Kanton der Eidsgenossenschaft machte.Ich weiß nicht, ob außer Preußen, die übrigen Mächte Europensdurch die Einverleibung eines preußischen Gebiets in den Schweizer-bund, dessen neutrale Stellung ihnen so wichtig ist, großen Vortheilgewonnen haben mögen? Gewiß aber machten sie sich dadurchselber die Neutralität der Schweiz unsicher. Denn in jedem KriegeFrankreichs gegen Deutschland, sobald Preußen darin verflochtenjst, wird die nur zu gut bekannte französische Diplomatie Auswegefinden, die schweizerische Neutralität unverletzbar zu erklären, unddoch das souveräne, preußische Fürftenthum zu besetzen. Außerdem

*) Sie bestehen in der sogenannten Handänderungsgebühr zu sechsProzent; im Ertrag von Posten. Zöllen, Salzverkauf, Zehnten und Bo-denzinsen.