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2 (1838)
Entstehung
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einst der streitbaren Grafen von Neuenburg, jetzt eines preußischenGouverneurs Sitz, ist minder sehenswerth; ein weitläufiges,schweres Bauwerk des dreizehnten Jahrhunderts, dem noch gegen-über die alterthümliche Schloßkirche gelegen ist.

Was für die Anmuth und Bequemlichkeit, für Wissenschaft,Kunstliebe, öffentlichen Unterricht und Armenpflege einer Stadtsolchen Umfangs dienen kann, besitzt Neuenburg. Und wodurch sieam meisten einer Schweizerstadt gleicht, ist, daß sie die vortreff-lichsten und kostbarsten ihrer Stiftungen nnd öffentlichen An-stalten nicht eigentlich der Sorgfalt oder Freigebigkeit ihrer Regen-ten, sondern vorzüglich dem Gemeinsinn ihrer Bürger dankt. Sosteht, dessen ein Denkmal, das große und schöne Gebäu des Spitalsda, welches I. E. Pourtales (im Jahr 1808) für bedürftigeKranke gründete. Er eröffnete es den Leidenden jedes Landes undjeder Religion. Der Protestant baute sogar eine Kapelle, zum Be-huf des katholischen Gottesdienstes, hinzu.

In der ersten Hälfte vorigen Jahrhunderts wanderte von Neuen-burg ein Jüngling nach Genf aus, um daselbst die Handlung zulernen. Er war der Sohn unbemittelter Eltern und hieß DavidPury. Seiner Wißbegierde und kaufmännischen Spekulation sagteaber Genf zuletzt nicht länger zu, und er begab sich nach London,sein Glück auf dem großen Stapelplatz des Welthandels zu suchen.Gewerbig, sparsam und in Berechnungen voll Scharfsinns, gewanner nach einigen Jahren genug, um aus eigner Kraft größere Un-ternehmungen zu wagen. Er ging, als Juwelenhändler, nach Spa-nien, endlich, um den Diamanten aus den Gruben der brasilischenSerra - do-Frio näher zu kommen, nach Lissabon. Hier ließ er sichzuletzt für immer nieder und betrieb, neben dem Diamanten- undPretiosen-Handel, ansehnliche Bankgeschäfte. Sein Reichthum wuchsvon Jahr zu Jahr an. Er verwendete ihn mit Edelmnth. Zu Lissa-bon ward er Vater der Armen, der Schutzengel der Nothleidenden.Prunklos und einfach in seinem Leben, reizten ihn, wie angesehener auch am portugiesischen Hofe war, weder Titel noch Orden.Auch seiner Vaterstadt blieb er eingedenk. Er sandte ihr im 1.1.^79zur Erbauung eines neuen Armen- und Krankenhauses t 00,000Thaler und wiederholte in den beiden folgenden Jahren die gleichefürstlichgroße Gabe. Jährlich schickte er zur Hülfe der Armen 300Louisd'ors. Zur Pflege bedürftiger Predigerwittwen vergrößerte erden dafür bestehenden Fond beträchtlich. Ebenso Übermächte ergroße Summen Geldes, theils als Beitrag zum Bau eines neuenRathhauses, theils zur Anlegung einer neuen und prächtigen