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XIX
Kanton Neuenburg.
!. Neuenburg oder Neuchatel.
Eine kleine Monarchie, deren souveräner Fürst der König vonPreußen ist, steht seltsam genug in den Bund von 21 schweizeri-schen Demokratien verschlungen. Das Fürstenthum liegt vereinzelt,fern von seinem Herrn, zwischen den Gränzen des constitutionellenFrankreichs und der Eidsgenossenschaft. So macht es ein wahresGegenstück zu jenem Freistaat Andorra, am südlichen Abhangder Pyrenäen zwischen den Königreichen Spanien und Frankreicheingeklemmt, mit einem bescheidnen Flächenraum von 9 Geviert-meilen und 15,999 Seelen. Das Fürstenthum im Schweizerbundeist freilich, mit ohngefähr 16 Geviertmeilen fast um die Hälftegrößer und mit seinen 55,999 Unterthanen zweimal volkreicher,als jene Republik. In ähnlichem Verhältniß stehn auch die Haupt-städte beider einander gegenüber. Zwar liegen Andorra undNeuen bürg mit unebnen Gassen an Bergabhängen; aber dasrepublikanische Städtlein, von größtentheils übelgebauten, zerstreutumhergelegenen Häusern, zählt nur 2999 Einwohner; das fürst-liche dagegen in theils zierlichen, theils schönen Wohngebäuden,4 — 5999. Jenes dehnt sich nur längs der Balira, einem wil-den Bergstrom, aus; dieses aber an einem der größten Schweizer-seen, der über zwei Stunden Breite und über neun StundenLänge hat. Im Schatten mehrhundertjähriger Linden auf derSchloßterasse, am Felsen oberhalb der Stadt, übersieht man dieseund die weite Wasserfläche des Sees, von den Ufern Berns,Freiburgs und des Waadtlandes umspannt, und den Horizontrings mit entfernten Hochgebirgen bekleidet. Das Schloß selber,