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2 (1838)
Entstehung
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der vielen Ruinen ist, die noch in der Wirklichkeit vor uns stehn.*)Es ist anziehend, wie ein Mährchen geschrieben; voll naiver Ironieeines Rabelais; aber dabei eine Mosaik, aus Chroniken, ältestenHandschriften und Urkunden kunstvoll zusammengefügt.

Von Delemont fuhrt, durch die schöne Ebne, eine Straße genPorentruy über den Berg des Rangiers. Indem man jenseitsniedersteigt, breitet sich drunten ein geräumiges Thal, waldig undwild, zwischen den Rangiers und der Jurakette aus, die hinterdem Mont Terrible ihren Kamm erhebt. Inmitten des Waldgrun-des, aus dem Meere bewegter Baumgipfel und Zweige, schwilltein einsamer Hügel auf, der die Ruinen des starken Thurmes vonAsuel oder der Hasenburg trägt. Zwanzig bis dreißig Hüttenlagern sich um die zerfallenen Schloßmauern. Einst soll da einStädtlein gestanden seyn. Innerhalb des achtzig Schuh breiten,viereckten Thurms, wird noch ein Loch im Felsenboden gezeigt; dieOessnung des Burgverließes, worin mancher Unglückliche verschwand,welchen die Rache des Feudalherrn aus den Reihen der Lebendenverstieß. Die Sage der Landleute weiß von verrosteten Harnischenund Bickelhauben und menschlichen Gebeinen, die drunten gefundenworden sind. Das ganze Waldthal in dieser Bucht des Gebirgs, dieweite, schweigende, verwilderte Einöde, die Ueberreste der ge-brochnen Veste Asuöl darin, um welche sich, wie Raben um einverunglücktes Thier, die ärmlichen Hütten der Landleute gesammelthaben, erregen unwillkürliches Grausen. Es ist da unheimlichesWohnen. Man athmet freier und froher, wenn der Blick endlichdie Hügel und Ebnen, die Ufer des Hallestroms und, im Hinter-gründe der heitern Landschaft, die zierlich gebaute Stadt Poren-truy überstiegt, der alten Bischöfe von Basel Sitz mit deren halb-zerfallenem, riesenhaftem Schlosse.

Man sagt: "Unterm Krummstabe sey gut wohnen." Ich weißnicht, welcher geistliche Höfling an irgend einer Prälatentafel dasSprüchwort erfunden hat, um damit ein Lächeln des Infulirtenzu erschmeicheln. Aber sieht man heut noch die Dürftigkeit desLandvolks und die in Lumpen gewickelten Schaaren müßiger Bettler,welche die Klöster und Abteien umringen, selbst den Druck desElendes und der öffentlichen Unsicherheit im Mehrtheil des römischenKirchenstaats: so wird das Sprüchwort zur Lüge. Auch im ehma-

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