Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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ugen Bistbumslande von Basel, zumal in den katholischen Theilendesselben, schauen Armuth und fromme Trägheit noch häufig auszerbrochnen Fenstern und zerrissenen Mauerwerken. Der Landbauist noch in altherkömmlicher Einrichtung. Unwissenheit hemmt denraschern Aufschwung des Wohlstandes. Der verdüsterte Geist derVolksmenge schwebt nur über den Sümpfen veralteter Vorurtheileund frommen Wahnes unstät umher. Da hatte allein das Priester-thum freudiges Walten und Schalten; und dies zu bewahren,widersetzte es sich kühn den Bestrebungen der Bernerregierung nochin neuester Zeit, die Zustände des Landes durch öffentliche Bil-dung zu verbessern. Die Unruhen des katholischen Jura in denersten Monaten des Jahres 1836 waren bloßes Werk der Priester.Sie sahn ihre Hoheit durch veredelten Jugendunterricht in denLandschulen untergraben; ihre Willkühr und Unabhängigkeit vonweltlicher Obrigkeit, durch die zu Baden im Aargau von mehrereneidsgenössischen Republiken über die Rechte des Staats in Kirchen-sachen genommenen Beschlüsse, gebunden und mit Untergang be-droht. Sie mußten das Aeußerste wagen und Aufruhr predigen.Sie predigten ihn. Ein bigottes Volk, dem die Vernichtung seinerReligion und der Verlust seines ewigen Seelenheils, in den Hütten,in den Beichtstühlen, von den Kanzeln und in Flugblättern furcht-bar genug vorgespiegelt ward, war leicht zu fanatisiren. Voranschritten überall in den Gemeinden die Weiber mit ihrem Geschrei.Man pflanzte Freiheitsbäume, zum Zeichen des Abfalls von Bern,unter Kirchenliedern und Freudensängen berauschter Bacchantenund Bacchantinnen. Zucht und Ordnung hörten auf. Die Wohl-habendem sahn ihr Eigenthum, die Freunde der Gesetzlichkeit ihrLeben bedroht. Sie bewaffneten sich zum Selbstschutz, dem fana-tisirten Pöbel gegenüber. Der Bügerkrieg war vor der Thür. DieBeamten standen ohne Gewalt. Man hörte nur die Befehle derPriester. Die Leitung des Ganzen hing vom Wink eines PruntruterDekans ab. Zu nachsichtig und zu lange hatte die Regierung demUnwesen zugesehen. Sie sandte endlich einige Bataillone in dieaufgewiegelten Gegenden, und plötzlich verstummte der Lärmen.Die neben den Kirchen gepflanzten Pfaffenbäume fielen unter denHand derselben Menschen, die sie aufgerichtet hatten. Der rebel-lische Dekan mit seinen Helfershelfern entwich. Der ehrwürdigeBischof entsetzte ihn seines Amtes. Ordnung und Ruhe kehrtenzurück, ohne daß es, bei der guten Mannszucht der Truppen,einen Tropfen Bürgerblutes gekostet hätte. Es ist wahr, daßnicht alle Priester zu diesen Verwirrungen Hand boten; daß einige